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Anita Schwaier zieht nach Frankfurt am Main und hinterlässt eine Spende für die Ortswehr

Wegzug
Abschied aus der Uckermark

Letzte Rede und Geschenke: Anita Schwaier hatte am Dienstag zum Abschied noch einmal Nachbarn und Freunde eingeladen.
Letzte Rede und Geschenke: Anita Schwaier hatte am Dienstag zum Abschied noch einmal Nachbarn und Freunde eingeladen. © Foto: Oliver Voigt
Kerstin Unger / 12.10.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 12.10.2018, 16:09
Altkünkendorf (MOZ) Altkünkendorf. Sie war hilfsbereit und dankbar für Hilfe, hatte viele Ideen und setzte etliche davon um. Sie hatte viele Freunde, spürte aber auch Gegenwind. Altkünkendorf und die Uckermark wuchsen ihr ans Herz. Doch nun verlässt Anita Schwaier ihre neue Heimat und zieht in ihre alte zurück. In Frankfurt am Main lebt ihre Tochter. Mit fast 82 Jahren muss man damit rechnen, auf Hilfe angewiesen zu sein.

Mit ihren Freunden und Nachbarn feierte sie jetzt im Dorfgemeinschaftshaus Alkünkendorf Abschied mit Sekt, Salzstangen und Chips. Es sei eine schöne Zeit gewesen, sagt sie. Aber jetzt sollen andere fortsetzen, was sie angefangen hat. Der von ihr initiierte Verein Zubila – Zukunft Biosphäre und Lebensraum Angermünde – hat schon eine neue Vorsitzende gefunden. Und gegen die großen Unternehmen, die vehement Glyphosat und Pestizide verteidigen, kann sich die promovierte Toxikologin von allen Ecken der Welt engagieren.

Anita Schwaier erinnerte sich daran, wie sie Ende der 1990er-Jahre aus dem Westen kam. In Parsteinwerder hatte sie gezeltet und von dort aus mit dem Fahrrad die Gegend inspiziert. „Ich habe die Grundsteinlegung, das Richtfest und die Eröffnung der Blumberger Mühle erlebt und gemerkt: Hier finde ich Menschen, die das gleiche denken. Hier bist du richtig“, erzählt sie.

In Altkünkendorf kaufte sie ein Haus, wollte den Gutshof in den ökologisch betriebenen Kranichhof umwandeln. Es brach eine neue Zeit an, meinte Wolfgang Schmoldt. Sie habe nicht alles verwirklicht, aber dennoch im Dorfbild einiges bewirkt sowie viel Geld und bleibende Eindrücke hinterlassen. Ihre anpackende Art bewog die Mehrheit der Altkünkendorfer, sie zur Ortsvorsteherin zu wählen. Das war sie vier Jahre lang bis 2008.

Bei jedem einzelnen Gast des Abschiedsabends bedankte sich Anita Schwaier, ob für die frischen Eier, die Hilfe wenn sie mal krank war, die selbstgemachte Marmelade, das geborgte Handwerkszeug oder die prompten Reparaturen an ihrem Haus.

Ein schönes Gefühl war für sie, dass mit Familie Kötz die Feuerwehr gleich gegenüber wohnte. „In Zeiten wo es mit der Kameradschaft und Uneigennützigkeit bergab geht, ist es schön, dass des Leute gibt, die sich einsetzen, ohne viele Worte zu machen“, sagte sie und hinterließ der Ortswehr eine Spende.

Nächstes Jahr will Anita Schwaier wiederkommen und mehrere Wochen Urlaub machen. Quartierprobleme wird es trotz des Hausverkaufs nicht geben

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