Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

zu Langzeitstudierende
Augenmaß statt Keule

Boris Kruse
Boris Kruse © Foto: Gerd Markert
Meinung
Boris Kruse / 14.10.2018, 19:00 Uhr - Aktualisiert 15.10.2018, 08:12
Frankfurt (Oder) (MOZ) Gründe dafür, dass sich die Studiendauer in die Länge zieht, gibt es viele. Nicht immer ist es fehlende Disziplin. In manchen Fächern – vor allem für die „brotlosen Künste“ der Geisteswissenschaften gilt das – sind Engagements außerhalb des Hörsaals unerlässlich; ist das reine Bachelor- oder Master-Zeugnis ohne berufspraktische Erfahrungen wenig wert.

Die Zeiten haben sich auch geändert. Heute gibt es bei Weitem nicht mehr so viele Bummler wie noch vor 20 Jahren. Der Bologna-Prozess hat dazu geführt, dass heute in anspruchsvollen Fächern oft die Zeit fehlt, sich die komplexe Materie anzueignen. Ja, Deutschland war einmal Europameister in Sachen Studienverweildauer. Aber vom einen Extrem ins andere? Sinnvoll für die Ausbildung ist das nicht.

Es ist gut, dass die Hochschulen in Brandenburg Gelassenheit zeigen und auf die Keule drohender Gebühren verzichten. Die ja im Übrigen für die Betroffenen keine Lösung ihrer Probleme bedeuten. Im Rahmen von individuellen Gesprächen lässt sich viel besser mit Augenmaß darüber befinden, ob Langzeitstudenten noch mit Erfolg zum Ende kommen können oder nicht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG