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Feuerwehr
Handdruckspritze mit Herzblut restauriert

Wolfgang Gumprich / 14.10.2018, 22:07 Uhr
Gransee Einen wunderschön restaurierten Handspritzenwagen aus dem Jahr 1890 kann die Freiwillige Feuerwehr Gransee seit dem Wochenende wieder ihr eigen nennen. Beim Tag der Offenen Tür am Wochenende wurde sie feierlich im Beisein von Amtsdirektor Frank Stege (CDU), Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD) zusammen mit Olaf Peter übergeben. Peter, der selbst Kutschen besitzt, war die maßgebliche Kraft hinter der Restaurierung der Handspritze. „Da ich wegen meiner Kutsche gute Verbindungen ins Nachbarland Polen pflege, habe ich mich angeboten. Ich kenne dort Kutschenbauer, die mit Herzblut solche Kutschen und Wagen restaurieren. Die haben die komplette Spritze auseinandergenommen, gereinigt, entrostet, mit alten Teilen wieder aufgebaut und neu lackiert“, strahlt Peter. In der Tat: Es ist ein Schmuckstück geworden, das sogar einsatzbereit ist. Dazu fehlten am Wochenende nur die Pferde.

Amtsdirektor Frank Stege wies in seiner kurzen Begrüßung darauf hin, dass das Amt Gransee und die dort vertretenen Politiker stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr hätten. „Die Fahrzeuge sind teuer, bringen uns oft an die Grenze der Belastbarkeit, aber die Beschlüsse für die Anschaffung wurden einstimmig gefasst“, sagte der Amtsdirektor. Er bedankte sich bei den Sponsoren, die „richtig Geld in die Hand“ genommen hätten, um die Restauration zu ermöglichen. Eine Überraschung hatte Olaf Peter mitgebracht: Eine Statue des heiligen Florians, dem Schutzpatron der Feuerwehren weltweit. Die etwa 30 Zentimeter hohe Figur hat er in Italien anfertigen lassen.

Der Tag der offenen Tür soll, so Oberbrandmeister Andreas Pahlow, einerseits den Bürgern zeigen, wie gut die heimische Wehr ausgestattet ist, doch gleichzeitig möchte sie Werbung für sich machen. „Wir sind 45 Aktive, da können wir Quereinsteiger gut gebrauchen“, spielte er auf die aktuelle Diskussion von freien Stellen an. Gut gefüllt sei hingegen mit 30 Mädchen und Jungen die Jugendfeuerwehr, wie auch Ben, Malte (beide neun Jahre) und Luca (zwölf Jahre) bestätigen. Ihnen macht es Spaß, anderen zu helfen meinen sie einstimmig, Ben mag die Übungsabende sogar lieber als das Fußballspiel. Zwar dürfen sie noch nicht an echten Einsätzen teilnehmen – „nur bis zum Wasserverteiler“ – doch sie scheinen schon darauf zu „brennen“.  Einmal im Jahr übernachten sie im Gerätehaus, erzählen sie, dann gebe es plötzlich irgendwann in der Nacht das Signal für einen Einsatz. Zum Tag der offenen Tür zeigte die Jugendfeuerwehr, wie sie wegen eines aus brennenden Paletten zusammengesetzten Hauses anrückt und den Brand löscht. Doch vor allem verkaufte die Jugendfeuerwehr am Wochenende Kaffee und Kuchen, um ihre Kasse ein wenig aufzufüllen. Bei herrlichem Spätsommerwetter kamen viele Granseer zur Feuerwache, der „Löschzug 5“, die Kapelle der Feuerwehr, spielte Polkas und Walzer zum Mitsingen und Mitschunkeln.(wg)

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