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zu Italien
Europa? Mir doch egal

Autor Bettina Gabbe
Autor Bettina Gabbe © Foto: privat
Meinung
Bettina Gabbe / 15.10.2018, 19:17 Uhr - Aktualisiert 15.10.2018, 23:37
Rom (MOZ) Die ungleichen Partner der italienischen Regierungskoalition haben eines gemeinsam: die Ablehnung der alten Politiker-Eliten im eigenen Land und der EU. Die in Brüssel unter die Lupe genommenen Haushaltspläne verstoßen auch deshalb gegen die Vorgaben, weil sie gegensätzliche Interessen der Wähler von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung befriedigen.

Eine Amnestie für Steuersünder und die Rücknahme der Rentenreform kommt vor allem Lega-Wählern im Norden entgegen. Ein Grundeinkommen soll Überlebenshilfen im  Süden wiederbeleben. Aber Aufschwung und Arbeitsplätze werden so nicht geschaffen. Doch höhnische Gesten der Verachtung gegen die EU, die dem Land angeblich einen unhaltbaren Sparzwang auferlegt, stoßen bei vielen Italienern auf Begeisterung. Bis die Situation unhaltbar wird und der Staat sich nicht mehr finanzieren kann.

Dann dürfte es wieder heißen, Brüssel habe sich gegen Italien verschworen. Wer am Ende mit solchem Auftreten den Kürzeren zieht, hat man an Griechenland gesehen. Mit einem Unterschied: Die EU war in der Lage, Griechenland zu retten. Italien ist zu groß, um pleite zu gehen, ohne dabei den Euro und die EU mit sich in den Abgrund zu reißen.

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Paul Müller 16.10.2018 - 06:49:23

Was die EU so Wert ist, sieht man allein schon am Dieselstreit ...

... während Fahrzeughersteller aus Deutschland am medialen Dauerpranger stehen, aktuell Opel, interessiert sich kein Mensch für z.B. qualmende Diesel mit französisch/italienischer Typenzulassung ?! Das Ganze zieht sich wie ein roter Faden durch die EU-Politik. Vom nichtexistenten Grenzschutz, hin zum organisierten Kindergeldbetrug durch Scheinarbeitsverträgen von Osteuropäern !

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