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Museumsverein Celle besucht zum zweiten Mal Wirkungsstätte von Albrecht Daniel Thaer

Treffen
Auf Spurensuche in Möglin

Im Thaer-Museum: Reinhard Wenzel (l.) und Justus Steinbömer vom Museumsverein Celle, der zum zweiten Mal in der einstigen Wirkungsstätte Thaers weilte.
Im Thaer-Museum: Reinhard Wenzel (l.) und Justus Steinbömer vom Museumsverein Celle, der zum zweiten Mal in der einstigen Wirkungsstätte Thaers weilte. © Foto: Reinhard Wenzel
Reinhard Wenzel / 16.10.2018, 06:30 Uhr
Möglin Nach der erfolgreichen ersten Exkursion des Museumsvereins Celle nach Möglin vor drei Jahren konnte das Thaer-Museum in Möglin jetzt zum zweiten Mal eine Delegation des Musumsvereins begrüßen. Deren Mitglieder begaben sich abermals auf Spurensuche.

Schon auf der Anreise standen Möglin und Albrecht Daniel Thaer für die Gäste aus Celle im Mittelpunkt. Reiseleiter Justus Steinbömer las aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ die Passagen über Möglin und Albrecht Daniel Thaer vor und überbrückte so die Stunden bis zur Ankunft in Thaers Wirkungsstätte im brandenburgischen Möglin.

Heike Gräfe undWilfried Hübner von der am 22. Juni 1991 gegründeten Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer in Möglin hatten auch dieses Mal die Führung durch die Außenanlage und die Ausstellung übernommen. Sie führte durch den Gutspark und ging an einem wiederhergerichteten Gebäude vorbei, das zur Zeit Thaers als Schafstall bewirtschaftet wurde. Wenige Meter weiter befindet sich die aus Feldsteinen errichtete Kirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1962 wieder aufgebaut und zusätzlich mit einem kleinen Glockenturm aus Fachwerk versehen wurde. Im Kirchenraum wird auf einigen Schautafeln eine Dauerausstellung zum Thema „200 Jahre Albrecht Thaer in Möglin“ gezeigt. Hinter der Kirche befindet sich das Grab des Begründers der modernen Landwirtschaft. Dieses ist mit einem Eisengitter eingefasst und am Kopfende mit einer Gedenktafel versehen. Im 19. Jahrhundert war das Grab mit einer Erdpyramide bedeckt, die inzwischen abgetragen wurde. In Anschluss an dieses Grab liegt dasjenige von Thaers Tochter Wilhelmine (geb. am 19. Februar 1786, gest. am 1. Mai 1865).

Von diesen Grabstätten aus kann man über einen See auf das frühere Privathaus Thaers schauen. Bei der letzten Exkursion konnten die Teilnehmer in diesem Haus noch ein Menu zu sich nehmen. In der Zwischenzeit hat der aus Winsen/Aller stammende Unternehmer Jürgen Lindhorst das Haus erworben, das er zu Wohnzwecken umbauen möchte. In dem Inspektorenhaus dahinter befand sich bis 2008 die Ausstellung über Albrecht Daniel Thaer und das Gut Möglin. Diese Ausstellung befindet sich heute in einem Neubau am Rande des Gutsparks. Hinter dem Inspektorenhaus befinden sich die Reste des Akademiegebäudes, das im 2. Weltkrieg ebenfalls Schaden genommen hat und nicht wieder aufgebaut wurde. Im Gutspark konnten die Gäste ferner die von Horst Engelhardt geschaffene Büste Thaers begutachtet werden, die 1978 durch die Humboldt-Universität Berlin errichtet wurde.

Auf dem Wege zum neuen Ausstellungsgebäude kamen die Mitglieder an einem großen Findling vorbei, der als Gedenkstein für Albrecht Daniel Thaer dient. Dieser Stein ist mit zwei ovalen Plaketten versehen. Die eine zeigt das Konterfei Thaers, die andere nennt die Jahre 1804 (Kauf des Rittergutes Möglin) und 1806 (Gründung der Landwirtschaftlichen Lehranstalt). In der neu gestalteten Ausstellung wird das Wirken Thaers umfassend gewürdigt. Besonderes Interesse erweckten die nachgebauten Ackergeräte, wie sie zur Zeit Thaers entwickelt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist das Wirken der Schüler Thaers, die den wissenschaftlichen Landbau in Deutschland und Europa weiter bekannt gemacht und fortentwickelt haben. Der gut sortierte Büchertisch lud zum Einkauf diverser landwirtschaftlicher Schriften ein, insbesondere die der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer.

Im Anschluss bot sich im Schloss Reichenow die Gelegenheit mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz (CDU) und dem Landwirt Stefan Hollstein zum Thema „Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie“ zu diskutieren. Viel Beifall erntete das Theaterstück  über eine „Ehe zwischen Kuhstall und Staatskabinet“. Ein fiktiver Dialog zwischen Albrecht Daniel Thaer und seiner Frau Philippine. Als Schauspieler wirkten Gerold Ströher aus Celle und Kerstin Dathe aus Thale. Auch einige Gäste aus der näheren Umgebung hatten sich zu diesem Stück eingefunden. Der Abend klang mit interessanten Gesprächen bei Bier und Wein aus.

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