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Solarbootverein samt Werbellinsee-Regatta wollen sich aufgrund mangelnden Interesses voraussichtlich aus der Region zurückziehen

Vereins-Ende
Sonnenkraft-Kapitänen geht der Saft aus

Marco Marschall / 16.10.2018, 07:45 Uhr - Aktualisiert 16.10.2018, 07:55
Eichhorst/Wildau (MOZ) 17 Boote bei der diesjährigen Regatta auf dem Werbellinsee, erstmals Teilnehmer aus Russland – und trotzdem soll nach 13 Rennveranstaltungen nun Schluss sein mit dem Solarbootverein Berlin-Brandenburg. Mangelndes Interesse und fehlende Sponsoren sind der Grund.

Hartmut Ginnow-Merkert bedauert das Aus für seinen Verein. „Ich bin schon sauer, kann aber auch verstehen, wenn das einfach nicht das Thema vieler Leute ist“, sagt er im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung. Im siebten Jahr nach der Gründung des Solarbootvereins Berlin-Brandenburg ist vermutlich Schluss. Wenn es nicht zu einer Auflösung kommt, dürfte zumindest der Namenszusatz verschwinden und der Verein nach Süddeutschland umziehen. Genauer, in der Südpfalz hat ein Lehrer Interesse, auf der bisherigen Arbeit im Barnim aufzubauen, der mit seinen Schülern bereits an der Solarbootregatta auf dem Werbellinsee teilgenommen hat und in seiner Heimat schon Schulen für eine Veranstaltung nach Schorfheider Vorbild begeistern konnte.

„Ausgerechnet in unserer Region konnten wir keine neuen Teilnehmer unter den Schulen und Bildungseinrichtungen gewinnen“, berichtet Hartmut Ginnow-Merkert. Außerdem habe der Verein nicht genug Sponsoren mobilisieren können. Elektromobilität zu Land und zu Wasser habe im Barnim noch immer einen schweren Stand, schließt er daraus.

Versuche, die Stadt Eberswalde, den Landkreis oder auch Firmen zu begeistern, blieben weitgehend erfolglos. Mehrfach sei probiert worden, die e.dis als Stromanbieter für eine Unterstützung zu gewinnen. „Null Resonanz“, fasst Ginnow-Merkert das Ergebnis zusammen. Mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung sei ein Bausatz für Solarboote aus Motor, Akku und Modulen konzipiert worden, der Schulen den Bau eines eigenen sonnenkraftbetriebenen Wasserfahrzeugs für die  Teilnahme an der jährlichen Regatta erleichtert hätte. Weder genug Bildungseinrichtungen noch Sponsoren für das Material wurden gewonnen. Bei Dutzenden Unternehmen habe der Vereinsvorsitzende sein Glück versucht. Und auch die Suche nach einem für die Öffentlichkeit besser zugänglichen Austragungsort als das Gelände des Kanuklubs Stahl Finow scheiterte. Die Marina Werbellinsee hatte kein Interesse. Das Forschungsboot Solarexplorer konnte in der Vergangenheit als „Zuschauertribüne“ für die Regatta gewonnen werden, zuletzt aber keinen Kapitän mehr dafür abstellen.

Trotz zäher Suche nach Unterstützern, gab es auch Erfolge. „Ein wenig stolz sind wir auf die auf unsere Initiative hin entstandenen Solarbootaktivitäten des Jugendclubs Finowfurt, die Solarbootprojekte am OSZ II sowie an der HNE“, sagt Ginnow-Merkert. Ein Höhepunkt war die deutsch-russische Solarbootregatta nach dem Werbellinsee-Vorbild 2017 in Kaliningrad, bei der  drei deutsche Teams vertreten waren.

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