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Austausch Moskau-Brandenburg
„Kontakte per Skype wären ein guter Beginn“

Wollen Schulkontakte fördern: Thomas Kralinski (l.) und Anton Loginov, Vize-Minister aus dem Gebiet Moskau.
Wollen Schulkontakte fördern: Thomas Kralinski (l.) und Anton Loginov, Vize-Minister aus dem Gebiet Moskau. © Foto: Staatskanzlei
Dietrich Schröder / 17.10.2018, 07:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Die Stimmung sei sehr konstruktiv gewesen. Und die Überzeugung, dass Russen und Deutsche wieder bessere Beziehungen brauchen, auf beiden Seiten vorhanden. Das berichtet der Bevollmächtigte für Internationales der Brandenburger Landesregierung,  Thomas Kralinski, über seinen kürzlichen Besuch in Moskau.

Der 46-Jährige hat dort am „Petersburger Dialog“ teilgenommen, dem jährlichen Treffen von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Und er hat Gespräche geführt, um die Partnerschaft Brandenburgs mit dem Moskauer Gebiet zu beleben, die formal zwar seit 25 Jahren besteht, es bisher aber nie zu größerer Bedeutung brachte.

Das Gebiet Moskau ist etwa doppelt so groß wie Brandenburg, hat sieben Millionen Einwohner und umgibt – genau wie Brandenburg Berlin – die russische Hauptstadt. „Ich bin dort mit dem Vize-Minister für Innovation und Investition, Anton Loginov, zusammengetroffen“, berichtet Kralinski. Mit dem jungen Politiker sei er sich einig geworden, dass man vor allem im Schulbereich Kontakte schaffen wolle, „damit junge Leute mehr darüber erfahren, wie die jeweils andere Seite tickt“.

Zwar bestehen laut Kralinski aktuell bereits 21 Partnerschaften zwischen Brandenburger und russischen Schulen, aber keine mit dem Gebiet Moskau. Außerdem werde an zahlreichen weiteren Schulen Russisch-Unterricht angeboten und auch rege genutzt. Ganz konkret sei das Gymnasium Nr. 12 aus Dolgoprudny, einer Stadt mit 90 000 Einwohnern, die nördlich von Moskau liegt, an einer Partnerschaft interessiert.

„Vielleicht muss man ja nicht gleich einen Vertrag schließen. Kontakte zwischen Schülern über Skype wären ein guter Beginn“, meint Kralinski. Er kann sich auch vorstellen, dass das Land Hospitationen von Lehrern unterstützt. Den Kontakt zum Moskauer Gebiet soll eine Mitarbeiterin aus Kralinskis Arbeitsbereich in der Staatskanzlei halten. Großes Interesse gibt es von russischer Seite auch am Modell des Verkehrsverbunds Berlin Brandenburg, „einer unserer größten Errungenschaften“, wie der SPD-Politiker meint.

„Angesichts des nach wie vor angespannten deutsch-russischen Verhältnisses brauchen wir immer wieder neue Anläufe, um zu mehr Dialog zu kommen“, ist Kralinski überzeugt. Bei einem Besuch der Menschenrechtsorganisation Memorial habe er sich gefreut, einen jungen Mann aus Oranienburg zu treffen, der über die „Aktion Sühnezeichen“ dort ein Praktikum verbringt.

Der Schüleraustausch wird auch von der in Hamburg ansässigen „Stiftung Deutsch-russischer Jugendaustausch“ finanziell unterstützt. „Im vergangenen Jahr haben wir 280 Partnerschaften gefördert, darunter 15 aus Brandenburg“, sagt deren Sprecherin Katrin Haft. Gut sei, dass für solche Kontakte seit 2006 keine Visagebühren erhoben werden.

Interessenten am Kontakt zur Schule in Dolgoprudny wenden sich an: simone.schueler@schulaemter.brandenburg.de

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