Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Klosterfelder Ortsvorsteher geht zum Jahresende / Garten- und Garagenmieter bekommen Angebote von der Wandlitzer Verwaltung

Kommunalpolitik
Pawlowski legt den Ortsvorsitz nieder

Überraschung: Klaus Pawlowski, Ortsvorsteher von Klosterfelde, tritt zum Jahresende von seinem Amt zurück. Darüber informierte er am Montagabend im Ortsbeirat. Seine Gründe sind zuerst gesundheitlicher Natur. Aber auch die aktuellen Debatten in Klosterfelde spielen dabei ein Rolle.
Überraschung: Klaus Pawlowski, Ortsvorsteher von Klosterfelde, tritt zum Jahresende von seinem Amt zurück. Darüber informierte er am Montagabend im Ortsbeirat. Seine Gründe sind zuerst gesundheitlicher Natur. Aber auch die aktuellen Debatten in Klosterfelde spielen dabei ein Rolle. © Foto: Hans Still
Hans Still / 17.10.2018, 08:15 Uhr
Klosterfelde Klosterfelder Mieter kommunaler Wohnungenkönnen darauf hoffen, ihre Gärten weiter nutzen zu dürfen. Auch bei den bereits gekündigten Garagen zeigt sich die Verwaltung mittlerweile kompromissbereit.Ortsvorsteher Klaus Pawlowski kündigt trotzdem seinen Rücktritt an.

Es war nur eine kurze Information im Ortsbeirat Klosterfelde, die noch dazu unkommentiert blieb. „Ich kündige hiermit zum Jahresende meinen Rücktritt als Ortsvorsteher an. In der Gemeindevertretung werde ich bleiben, ich arbeite auch weiter im Ortsbeirat mit“ , platzierte Pawlowski nach elf Jahren im Amt ohne erkennbare Erregung in der Stimme. Anschließend ergriff Roland Fahrendholz das Wort und erfragte, wie genau es in Klosterfelde mit den Telekom-Anschlüssen weitergehen werde. Allein über diese Situation lässt sich trefflich spekulieren. „Meine Fraktionskollegen wussten es schon. Und vielleicht sind ja andere ganz froh, dass ich das Amt niederlege“, mutmaßt beispielsweise Pawlowski selbst. Es sind zuerst gesundheitliche Bedenken, die seine Entscheidung beeinflussen. Schon zum Jahresbeginn gab es ungute Nachrichten beim Arzt, eine Hüft-OP und anschließend eine Reha beschäftigten den Ortsvorsteher monatelang und nahmen ihn aus dem Rennen.

Zugleich spielen auch aktuelle Geschehnisse eine Rolle, wie Pawlowski bestätigt. „Mein Blutdruck war in den vergangenen Wochen mehrfach deutlich zu hoch“, heißt es beispielsweise vielsagend. In der Wandlitzer Gemeindevertretung wurde der 70-Jährige jüngst frontal angegangen, als Bürgermeisterin Jana Radant ihm hart ins Gesicht sagte, die Verwaltung fühle sich „in Sachen Kündigung von Garagen und Gärten vom Ortsbeirat in Stich gelassen“. Zuvor hatte der Ortsvorsteher mit seiner Kritik nicht hinterm Berg gehalten und von der Verwaltung eine bessere Informationspolitik verlangt.

Gleiches bekam der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard am Montagabend im Ortsbeirat erneut zu hören. Wieder waren Mieter von Gärten und Garagen zugegen, um nun aus erster Hand zu erfahren, wie es weitergehen könnte. Die Diskussion endete mit interessanten Einblicken. Braungard sagte beispielsweise zu, die Gemeinde werde bei den Gärten „eine Generallösung“ anbieten. Jeder betroffene Mieter solle sich individuell bei der Liegenschaftverwaltung einen Beratungstermin vereinbaren. Auch nahm Braungard die Kritik einiger Bürger auf, die sich von Mitarbeitern der Verwaltung nicht gut behandelt fühlen.

Schwieriger als bei den Gärten stehen die Dinge offenbar bei den Garagen. Teils wurden dort schon zum Ende Oktober Kündigungen ausgesprochen, teils zum Jahresende. „Werden dann die gekündigten Garagen mit einem neuen Schloss versehen und wir stellen unsere Autos in den Winter“, fragte eine Mieterin. Braungard zeigte sich einsichtig. „Wenn erst im Februar die Abrissbirne oder eventuell auch gar nicht kommen sollte, dann kann ich heute trotz der wirksamen Kündigungen eine Duldung zusagen.“

Der Kämmerer räumte ein, die Verwaltung verfügt derzeit über keinen fixen Fahrplan in Sachen Schulerweiterungsbau. Bislang stehen lediglich 600 000 Euro Kosten für zwei Räumen zur Debatte. „Wir sind ja durchaus bereit dazuzulernen“, so Braungard. Er erinnerte an die Sanierung der Basdorfer Kita, die wegen mehrerer Bauabschnitte immer wieder viel Stress für die Kinder und das Personal bedeutet habe. „Wenn wir am Ende die Kosten der verschiedenen Abschnitte zusammenrechnen, dann hätten wir dafür auch neu bauen können.“ Daher prüft die Verwaltung die Option, die Klosterfelder Bestandskita links der Schule als Hort und Schulgebäude zu nutzen. Sollte das Pendel in diese Richtung ausschlagen, wären die Kündigungen in der Ernst-Thälmannstraße eventuell obsolet.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG