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Krankheitsfälle
Noroviren haben Massenerkrankung verursacht

Katastropheneinsatz: Mehrere Notarztwagen stehen am 19. September in der Jugendherberge „Bremsdorfer Mühle“.
Katastropheneinsatz: Mehrere Notarztwagen stehen am 19. September in der Jugendherberge „Bremsdorfer Mühle“. © Foto: Gerrit Freitag
Frank Groneberg / 25.10.2018, 17:34 Uhr - Aktualisiert 26.10.2018, 07:08
Bremsdorf (MOZ) Nun also doch: Noroviren sind daran Schuld, dass Mitte September 43 Schüler und ein Betreuer in der Jugendherberge „Bremsdorfer Mühle“ plötzlich von heftigen Erbrechensanfällen, starkem Durchfall und allgemeinem Unwohlsein geplagt worden sind. Das ist das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes (VLÜA) und des Gesundheitsamtes des Landkreises Oder-Spree. Nach ersten Untersuchungen war eine Infektion durch Noroviren als Ursache der Massenerkrankung zunächst als eher unwahrscheinlich ausgeschlossen und stattdessen eine Vergiftung mit Bakterientoxinen vermutet worden.

Nach Abschluss aller Untersuchungen stehe nun fest, dass Noroviren die Erkrankungen verursacht haben, teilt die Kreisverwaltung Oder-Spree mit. In drei Stuhlproben hätten die Noroviren letztlich nachgewiesen werden können. Ein beauftragtes Referenzlabor habe ermittelt, dass alle gefundenen Noroviren demselben Genotyp entsprächen. Die Laborbefunde „sprechen für einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen den Erkrankten“, so die Kreisverwaltung. Das heißt: Die Massenerkrankung ist von ein und demselben Typ Norovirus verursacht worden.

Dazu kommt, dass mehrere Kinder bereits einige Tage zuvor erste Anzeichen einer Erkrankung gezeigt hatten. Das haben weitere Befragungen ergeben. Demnach haben mehrere Kinder bereits am Anreisetag während einer Nachtwanderung über Übelkeit geklagt, so die Kreisverwaltung Oder-Spree.

Klar ist auch: Eine Lebensmittelvergiftung lag nicht vor. In keiner der vor Ort genommenen Lebensmittelproben seien irgendwelche in Frage kommenden Substanzen gefunden worden, betont die Kreisverwaltung. Es gebe keine Hinweise „für eine Auslösung der Beschwerden durch in der Jugendherberge ausgegebene Lebensmittel“.

Wegen der Massenerkrankung waren am 19. September 18 Rettungswagen, vier Notärzte und Einheiten des Katastrophenschutzes in die Jugendherberge beordert worden.

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