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Yambohnen und Gelbe Beete
Ein Garten voller Exoten

Wo gelbe Tomaten wachsen: Von den 25 Tomatensorten im Gewächshaus sind die meisten abgeerntet. Georg Rixmann hält das Blattwerk kurz, damit die Energie in die Frucht geht.
Wo gelbe Tomaten wachsen: Von den 25 Tomatensorten im Gewächshaus sind die meisten abgeerntet. Georg Rixmann hält das Blattwerk kurz, damit die Energie in die Frucht geht. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 04.11.2018, 19:16 Uhr
Linum (MOZ) Von Brian Kehnscherper

Für die Linumer Gemüsebauern Sabine Schwalm und Georg Rixmann war der lange und heiße Sommer ideal. Vor allem die Kürbisse konnten sich durch das Wetter prächtig entwickeln. 150 verschiedene Arten stehen im Hofladen zur Auswahl. Doch das Paar experimentiert auch immer wieder mit exotischem Gemüse.

„Für uns war der Sommer hervorragend“, sagt Georg Rixmann. Durch die ungewöhnlich langanhaltenden warmen Temperaturen seien die Kürbisse viel früher reif gewesen als üblich. Im April fangen Schwalm und Rixmann mit der Vorzucht der Gewächse an. Im Mai kommen sie raus aufs Feld. Abgesehen von den Kürbissen finden sich zahlreiche andere Gemüsesorten auf dem Feld: Gelbe Bete, Fenchel, Tomaten und Karotten in allen Formen und Farben und auch so mancher Exot.

In diesem Jahr haben Rixmann und Schwalm erstmals Kardone angebaut. Die Wildartischocke wird im Mittelmeerraum gern gegessen. In Italien, Spanien und Südfrankreich ist sie recht verbreitet. „Man isst bei der Kardone nicht die Blüte wie bei anderen Artischocken, sondern den schwarzen Stängel“, verrät Rixmann. Um zu erreichen, dass der Stängel nicht zu bitter wird, ist er in schwarze Folie eingepackt.

Der Höhepunkt der Saison auf Rixmanns Hof ist gerade abgelaufen. Die meisten Besucher hat er während der Kranichrast im Rhinluch. Neben der Laufkundschaft schauen auch zahlreiche Stammkunden regelmäßig vorbei. Zu den regelmäßigen Kunden gehören zudem mehrere Restaurants und Großmärkte. Der Koch Andreas Schmidt vom Landgut Stober in Groß Behnitz testet derzeit die Wildartischocken. „Ich freue mich, wenn Köche etwas Neues probieren“, sagt Rixmann.

Auch für ihn ist es immer wieder spannend, mit unbekannten Gemüsesorten zu experimentieren. Seine Schwester sei vor Kurzem auf einer Kreuzfahrt durch Asien gewesen und habe ihm viele Samen mitgebracht. Darunter war auch die Yambohne. Die Pflanze stammt eigentlich aus Mexiko, ist in Asien aber weit verbreitet. Die Samen, Blätter und die Schale sind giftig. Die geschälte Knolle, die sehr an Rettich erinnert, sei indes süß und saftig. „Sie wird oft roh gegessen und ist in Asien ein beliebter Snack“, sagt Rixmann. Unter tropischen Bedingungen könne die Knolle bis zu 15 Kilogramm schwer werden. Bei märkischem Herbstwetter erntet Rixmann jedoch eher Mengen im dreistelligen Grammbereich.

Als echter Renner habe sich in diesem Jahr der toskanische Schwarzkohl herausgestellt. Von diesem werden in der Küche die Blätter verarbeitet. Das Gemüse steht derzeit in voller Blüte. Von den 25 Tomatensorten sind die meisten inzwischen gereift und abgeerntet. Nur noch einzelne Früchte hängen im Gewächshaus. Dass sie möglichst viel Energie erhalten, hält Rixmann das Blattwerk kurz.

Durch das ständige Experimentieren mit neuen Pflanzen lernen die beiden Gemüsebauern auch stetig die Eigenarten der verschiedenen Pflanzen kennen. So haben sie für ihre hängend wachsenden Inka-Gurken, die sie im vergangenen Jahr erstmals angebaut haben, in diesem Jahr einen Windschutz errichtet. „Äußere Einflüsse wie Wind oder Kälte erzeugen für Gurken Stress. Sie denken, sie werden gegessen“, so Rixmann. Als Abwehrreaktion werden sie dann bitter.

Durch den Drang, neues auszuprobieren, sind Sabine Schwalm und Georg Rixmann auch auf die Idee gekommen, die Knoblauchblüten zu ernten und zu verkaufen. Sie enthalten ätherische Öle, haben einen sehr intensiven Knoblauchgeschmack und sind scharf. Rixmann empfiehlt, sie beim Kochen einfach zu zerdrücken und ins Essen zu geben. „Ich weiß nicht, warum vor uns keiner auf die Idee gekommen ist“, so der 64-Jährige.

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