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700 Jahre
Kliestow vor Großjubiläum

Freudiger Blick auf 2020: Ganz ohne Feier wollen die Anwohner des idyllischen Kliestow das große Jubiläum nicht verstreichen lassen. Auf dem Bild entspannt Ingo Hoffmann auf der Bank unter der Friedenseiche, die im Sommer Schatten spendet.
Freudiger Blick auf 2020: Ganz ohne Feier wollen die Anwohner des idyllischen Kliestow das große Jubiläum nicht verstreichen lassen. Auf dem Bild entspannt Ingo Hoffmann auf der Bank unter der Friedenseiche, die im Sommer Schatten spendet. © Foto: René Matschkowiak
Ralf Loock / 05.11.2018, 20:12 Uhr
Kliestow (MOZ) In Kliestow will man die Vorbereitung der 700-Jahr-Feier im Jahr 2020 angehen. Ortsvorsteherin Gudrun Heinrich kündigte ein erstes Vorbereitungstreffen Anfang 2019 für all Vereine und Bürger an, die sich an dem Jubiläum beteiligen wollen. Die Freiwillige Feuerwehr gehört nicht dazu.

Nach dem Vortrag von Henning Krüger „Zur älteren Geschichte des Dorfes Kliestow – Die Gründung des Dorfes vor 750 Jahren“ galt das Interesse weniger der Vergangenheit als vielmehr der Zukunft. Denn der Ort wurde im Oktober 1320 erstmalig in einer Urkunde erwähnt, was sich 2020 zum 700. Mal jährt. „Wir werden diese Datum würdigen“, betonte Gudrun Heinrich.

In seinem Vortrag bot Richter a.D. Henning Krüger, der schon seit Jahrzehnten in Kliestow lebt, thematisch einen großen Bogen – von dem Zusammenleben slawischer Bewohner und deutscher Siedler, über rechtliche Aspekte einer Dorfgründung bis hin zur Agrarwirtschaft und den kirchlichen Verhältnissen. Dabei konzentrierte er sich auf die Zeitspanne von etwa 1200 bis 1320, besonders auf die Jahre um 1250. Damals erreichte das Herrschaftsgebiet der Markgrafen von Brandenburg die Oder, etwa 1253 wurde von ihnen als zentraler Herrschafts- und Handelsort die Stadt Frankfurt gegründet. Durchaus denkbar sei es, dass die ersten deutschen Siedler das Areal von Kliestow und Frankfurt bereits vor 1253 erreichten, also noch zur Zeit der schlesischen Piastenfürsten.

Zwar wird allgemein von einer Gründung des Dorfes Kliestow ausgegangen, also ein planmäßiger Akt, aber Dokumente zu der Frage, wer die Siedler gesteuert hat und wann der Aufbau begann, liegen nicht vor. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1320. Diese Urkunde „hat nichts mit der Gründung Kliestows zu tun“, sondern hat eine Verschenkung des Dorfes zum Gegenstand, referierte Henning Krüger. Der Herzog Rudolf von Sachsen beschenkte die Stadt Frankfurt mit dem Dorf Cliestow. Den wichtigsten Teil der in Latein abgefassten Urkunde trug er in einer Übersetzung vor, sodass die Zuhörer ein Bild von den dort aufgelisteten Äckern, Gehölzen, Wiesen, Mühlen und Fischteichen erhielten.

Henning Krüger hatte für seinen Vortrag umfangreiche Recherchen angestellt, viele alte Dokumente und Landkarten ausgewertet. Die Kliestower bedankten sich für die aufwendige Studie zur Geschichte eines mittelalterlichen Dorfes mit anhaltendem Applaus. Und richten nun die Augen auf die Vorbereitungen für das Dorfjubiläum.

Dass die Freiwillige Feuerwehr des Ortes diese weder unterstützen noch sich am Jubiläum beteiligen werde, unterstrich Wolfgang Welenga (Die Linke) kürzlich im Ortsbeirat. Dies geht aus dem Protokoll der Sitzung vom 22. Oktober hervor. Eventuell erfolge jedoch eine eigenständige Veranstaltung im gleichen Jahr zu 135 Jahren Feuerwehr, kündigte er an.

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