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Eigentümer des Wohnheims für ältere Menschen findet neuen Dienstleister / Servicevertrag ab 1. Februar 2019

Wechsel
Vivatas wird Betreiber in Altenhof

Zuversichtlich: Frank Tischerowski (l.) vom westdeutschen Eigentümer Custodia und Vivatas-Geschäftsführer Harald Berghoff (r.) arbeiten künftig zusammen. Die Vivatas bietet für die Senioren in der Wohnanlage ab Februar viele Dienstleistungen.
Zuversichtlich: Frank Tischerowski (l.) vom westdeutschen Eigentümer Custodia und Vivatas-Geschäftsführer Harald Berghoff (r.) arbeiten künftig zusammen. Die Vivatas bietet für die Senioren in der Wohnanlage ab Februar viele Dienstleistungen. © Foto: Susan hasse
Susan Hasse / 11.11.2018, 08:30 Uhr
Altenhof (MOZ) Das Wohnheim für betreutes Wohnen in Altenhof hat einen neuen Betreiber: Ab Februar kommenden Jahres wird der Pflegedienstleister Vivatas aus Eberswalde die umfassenden Serviceleistungen am Standort übernehmen. Für die Bewohner eine gute Nachricht.

Die Aufregung im Altenhofer Wohnobjekt am Eichhorster Weg war groß, als bekannt wurde, dass die Johanniter sich aus dem Betreuungs- und Servicevertrag für die idyllisch auf dem Berg gelegene Einrichtung zurückziehen. Der Pflegedienstleister Johanniter hatte den Pachtvertrag mit dem Eigentümer ohne Angabe von Gründen zum Ablauf des Pachtjahres am 31. Januar 2019 nach langjähriger  Zusammenarbeit gekündigt. Als dies bekannt wurde, ging die Angst um. Viele Bewohner sorgten sich um die Zukunft. Auch die Gerüchteküche brodelte kräftig und gebar viele Irrtümer und Falschmeldungen. Ohne die Dienstleistungen für die Bewohner der rund 44 Wohnungen, die unter anderem Fahrten zum Supermarkt, Veranstaltungen und Ausflüge beinhalten, wäre ein Großteil der Senioren vor Ort aufgeschmissen. Der Bewohnerbeirat schickte vor einigen Wochen eine Art Brandbrief an den Eigentümer und forderte baldige Klarheit.

Nun konnte der Eigentümer, die Custodia GmbH & Co KG aus Sonthofen, einen neuen Dienstleister finden. Der Eberswalder Pflegedienstleister Vivatas, der unter anderem in Eberswalde und Joachimsthal Wohnprojekte für Ältere betreibt, wird ab 1. Februar 2019 den Service in der Wohnanlage sicherstellen.

Der Vivatas-Geschäftsführer Harald Berghoff stellte sich und das Konzept des Unternehmens am Dienstag vor. „Es wird sich für die Bewohner im Wesentlichen nichts ändern“, so Berghoff. Lediglich an ein paar neue Gesichter müssten sich die Bewohner gewöhnen. Das Grundpaket für den Service wird 75 Euro kosten, das sind gerade mal drei Euro mehr als bislang. Für den Ehepartner sind weitere 40 Euro fällig. Dafür bekommen die Bewohner einen Hausdienst täglich von 7 bis 15 Uhr und am Wochenende von 7 bis 11 Uhr. Desire Rogolin, eine junge Frau, die sogar gelernte Krankenschwester ist, werde den Hausdienst in Altenhof übernehmen, so Berghoff. Sie wird die Bewohner bei allen Fragen des Alltags unterstützen: Zugtickets und Konzertkarten buchen, Termine beim Arzt, Friseur und Fußpflege machen sowie zahlreiche Freizeitaktivitäten für die rüstigen Senioren anbieten. Auch künftig werde es Fahrten zu den umliegenden Supermärkten geben, versprach Berghoff. In den anderen Häusern der Vivatas werde viel gefeiert und gelacht. „Das wünsche ich mir auch für Altenhof“.

Auch zwei Vertreter des Eigentümers, die eigens aus Süddeutschland angereist sind, stellen sich den teils  kritischen und etwas misstrauischen Fragen der Bewohner. Viele haben beispielsweise Sorgen, dass sich die Miete erhöht. Bereits jetzt zahlen sie eine Kaltmiete von 9,50  Euro pro qm. „Wir erhöhen die Miete nicht“, verspricht Tischerowski.

Was mit den bisherigen Verträgen mit den Johannitern passiere, würde individuell in den kommenden Wochen besprochen. Viele Bewohner haben Verträge, in denen das Mietverhältnis und sogleich der Servicevertrag geregelt sind. Juristisch gesehen seien dies jedoch zwei verschiedene Verträge. Die Miete müsse künftig an Custodia überwiesen werden, die Servicepauschale an die Vivatas, erklärt Tischerowski.

Am Ende der Info-Veranstaltung ist ein Großteil der Bewohner zuversichtlich, dass sich alles zum Guten wenden wird. „Das hört sich erst einmal nicht schlecht an,  meint etwa Gerd Kadach, der mit seiner Frau Irmhild im Wohnheim wohnt. Die Gespräche in den kommenden Wochen werden alles Weitere zeigen, zeigt er sich frohgemut. Auch Joachim Schenk, dessen Mutter Elsbeth in der Wohnanlage wohnt, hat einen guten Eindruck von der neuen Servicegesellschaft. Es gibt allerdings auch einige Bewohner, die ihren Unmut äußern und den Verlautbarungen nicht trauen. „Wir werden Sie mit unseren Leistungen überzeugen“, ist Vivatas-Chef Berghoff überzeugt.

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