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Kleintierzüchter
Tierisches Glücksspiel bei der Zuchtschau

Nichts gilt mehr: Christian Tessmer (rechts) veranstaltete das Meerschweinchen-Roulette in Wildberg.
Nichts gilt mehr: Christian Tessmer (rechts) veranstaltete das Meerschweinchen-Roulette in Wildberg. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 12.11.2018, 18:36 Uhr - Aktualisiert 13.11.2018, 17:35
Wildberg (MOZ) Dort, wo sonst Kinder schwitzen und Bällen nachjagen, roch es am Wochenende nach Heu und Stroh. In der Turnhalle der Wildberger Grundschule hatte der örtliche Kleintierzuchtverein D 667 seine mittlerweile 55. Zuchtschau aufgebaut. Die Veranstaltungen mit für den Laien niedlichen Kaninchen, lauten Hähnen und stolzen Tauben ist stets gut besucht. Eine tierische Attraktion lässt sie aber mehr und mehr zum Publikumsmagneten werden: das Meerschweinchen-Roulette.

Christian Tessmer ist quasi der Croupier dieses tierischen Glücksspiels. Eigene Zuchterfolge bringt der Wusterhausener zur Vereinsschau gar nicht mehr mit. „Weil ich viel reise, habe ich dafür keine Zeit“, sagt der 66-Jährige. Aber er sorgt mit seinem Roulette für Spaß und Spannung, die jede Altersklasse begeistert.

Sein Spieltisch ist rund und hat einen Durchmessern von etwa zwei Metern. Am Rand hat Tessmer kleine Häuschen mit einem Schlupfloch aufgebaut und deren Dächer mit Nummern versehen. Das Roulette ist denkbar einfach: Für 50 Cent kann jeder auf ein Häuschen bieten, von dem er denkt, dass sich darin einer der kleinen Nager verstecken wird. Die tierischen Glücksbringer werden von Vereinsfreunden zur Verfügung gestellt. Fünf Meerschweinchen standen an diesem Wochenende bereit. „Wir nehmen aber immer nur drei“, sagte Tessmer. Die anderen Tiere haben zwischendurch ihre wohlverdiente Pause.

Um die Aufmerksamkeit des Publikums auf den Spielbeginn zu lenken, klopfte Tessmer an diesem Wochenende laut auf eine Keksdose. Als Wetten auf alle Häuschen abgeschlossen waren, setzte er drei Tiere in die Mitte des Tische. Die Nager machten es allerdings spannend. Anstatt sofort in die Häuschen zu flüchten, hinter denen die Mitspieler Aufstellung genommen hatten, erkundeten sie erst einmal den Spieltisch. Da half es auch nichts, dass etwas Petersilie als Lockmittel in den Schlupflöchern lag. Erst nach etwa fünf Minuten verschwand der erste Nager darin. Der Gewinner schob fix die Tür zu. Als Preis konnte er sich Kleinigkeiten vom Tisch aussuchen. „Wir wollen damit ja kein Plus machen“, sagte Tessmer. Seine Frau Annette und er bauen das Roulette stets auf und besorgen die Gewinne. „Wenn ein Kind traurig ist, haben wir auch immer Trostpreise parat“, erklärte er zwischen den Runden.

Das Spiel hat sich Tessmer nicht selbst ausgedacht. „Ich habe es zum ersten Mal bei einem Zuchtfreund in Seiffen im Erzgebirge gesehen“, so Tessmer. Da ihn das so sehr faszinierte, ließ er sich die Maße des Spielfelds schicken und baute alles mit viel Hingabe nach, um Veranstaltungen wie die Schau seines Vereins bereichern zu können.

Bei der Ausstellung ging es aber natürlich nicht hauptsächlich um das außergewöhnliche Roulette. Schließlich haben die mehr als 30 Züchter ihre schönsten Tiere auch Richtern zur Bewertung vorgestellt. 101 Kaninchen und 171 Stück Geflügel waren dafür in die Turnhalle gebracht worden. Als höchste Auszeichnung wurde der „Schirmherrenpreis des Amtsdirektors“ vergeben, den der neue Temnitzer Verwaltungschef Matthias Kresse schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt sponsern durfte.

Diese gingen für Kaninchen der Rasse Helle Große an Ulrich Krebs mit 386 von 400 möglichen Punkten. Annette Staacks-Janke gewann mit ihren Hühnern, Zwerg Brahma, rebhuhnfarbig gebändert (97/100 Punkte). Mit seinen Tauben, Deutsche Modeneser Gazzi, rotfahl gehämmert, räumte auch Züchter Hartwig Rogge diesen Preis ab (97/100).

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