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Jäger und Naturschützer machen im Nationalpark Jagd auf Schwarzkittel

Natur- und Hochwasserschutz
Wildschweine im Fadenkreuz

Dietmar Rietz / 13.11.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 13.11.2018, 07:08
Criewen (MOZ) Eine halbe Million Euro Schaden haben Wildschweine an Hochwasserschutzanlagen im Nationalpark Unteres Odertal im Jahr 2017 verursacht. Jetzt haben Jäger und Naturschützer sie im Visier.

Das Borstenvieh macht in Deutschlands einzigem Auennationalpark mächtig Ärger. Längst ist die Jagd auf sie eröffnet. Im Jagdjahr 2014/15 wurden 282 Wildschweine zur Strecke gebracht. 2015/2016 waren es 595. Zuletzt waren es noch mal runde 500. Im Jahr 2017 kosteten die Wildschweine-Attacken auf Deiche im Schutzgebiet den Steuerzahler 500 000 Euro.

Seit 2015/2016 erst ist den Jägern im Nationalpark erlaubt, intensiver zu jagen. Mittlerweile gibt es eine Abschussprämie von 20 Euro pro Schwein. Kleine Drückjagden mit bis zu vier Teilnehmern wurden genehmigt. Im sonst unantastbaren Nationalpark wurden in Schilfgebieten, wo sich Schwarzkittel gern verbergen und schwer zu jagen sind, Schußschneisen eingerichtet. An 50 Körplätzen lockt Mais die Wildschweine an. Saufänge sind im Einsatz. Dort werden zehn bis 15 Prozent der Wildschweinstrecke gemacht. Der Jagddruck zeigt langsam Erfolg.

Nach Auskunft des Vorsitzenden des Kuratoriums des Nationalpark Unteres Odertal, Karsten Stornowski, sind mittlerweile 30 Kilometer Deich mit Zäunen geschützt. Luftbilder von Wildschweinen zwischen Oder und Zaun würden zeigen, dass der Schutz greift. Im Vergleich zu 2017 hätten sich jetzt die von Wildschweinen an den Deichen verursachten Schäden halbiert. Unter dem Stichwort „Schwarzwild-Telemetrie“ sind auch die Naturschützer den Wildschweinen auf der Spur. Bisher wurden 19 Wildschweine mit einem GPS-Sender ausgestattet, welcher einmal pro Stunde die Position des Tieres aufzeichnet. Die von den „Wildschwein-Spionen“ im Rock der Nationalparkverwaltung aufgefangenen Signale, sollen die Wanderwege der Schwarzkittel aufklären  und erklären, wo sie ruhen und fressen.

Bisher konnte nachgewiesen werden, so Nationalparkchef Dirk Treichel, dass nur wenige Tiere sich ausschließlich im Nationalpark aufhalten. Die meisten wandern zwischen den Verstecken im Nationalpark und den großen Mais- und Rapsschlägen in der Umgebung des Schutzgebietes. Dort ist ihr „Tisch“ reich gedeckt,  besonders im Sommer findet sich ein attraktives Nahrungsangebot. Im kommenden Jahr wird der Abschlussbericht zur „Wildschwein-Telemetrie“ mit Empfehlungen zum künftigen Umgang mit Schwarzwild im Nationalpark vorgelegt.

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