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Beirat für Britz-Chorin-Oderberg organisiert Diskussionsrunde für Altersgruppe über 60 im Rathaus Britz

Beiratstreffen
Die Stimme der Senioren

Generation mit besonderen Bedürfnissen: Auf Einladung des Seniorenbeirats des Amtes Britz-Chorin-Oderberg kamen gut 50 Interessierte, Ortsvorsteher und Gemeindevertreter im Rathaus in Britz zusammen. Fragen und Anregungen nahm die Amtsverwaltung sogleich mit auf.
Generation mit besonderen Bedürfnissen: Auf Einladung des Seniorenbeirats des Amtes Britz-Chorin-Oderberg kamen gut 50 Interessierte, Ortsvorsteher und Gemeindevertreter im Rathaus in Britz zusammen. Fragen und Anregungen nahm die Amtsverwaltung sogleich mit auf. © Foto: MOZ/Julia Lehmann
Julia Lehmann / 16.11.2018, 07:45 Uhr
Britz (MOZ) Jeder dritte Einwohner im Amtsbereich Britz-Chorin-Oderberg ist im Seniorenalter. Menschen über 60 machen also die größte Gruppe aus. Damit die Belange dieser Altersgruppe Gehör finden, hat sich der Seniorenbeirat am Mittwoch mit Verwaltung und Gemeinden getroffen.

Vor zwei Jahren hat sich der Seniorenbeirat in dieser Form zusammengefunden. Die gewählten Vertreter aus allen Gemeinden verstehen sich als Sprachrohr und setzen sich für die Belange der Senioren ein, sagte Gisela Drechsler-Wiese, Beiratsvorsitzende. Man organisiere zudem Tagesfahrten, von denen es im nächsten Jahr mehr geben solle.

Die Senioren machen die größte Gruppe im Amtsgebiet aus, sagte Amtsdirektor Jörg Matthes, um die Wirkkraft dieser Altersgruppe zu unterstreichen, die sich auch im starken Einfluss in den Gemeindevertretungen zeige. Matthes ermutigte die Anwesenden dazu, ihre „Bescheidenheit“ abzulegen und „frei von der Leber weg“ zu kommunizieren, was auf der Seele brennt. Diese Gelegenheit haben die gut 50 Senioren genutzt.

Zu der vom Seniorenbeirat des Amts organisierten Diskussionsrunde am Mittwoch waren auch Ortsvorsteher und Gemeindevertreter, Chorins Bürgermeister und Vorsitzender des Amtsausschusses, Martin Horst, der Amtsdirektor sowie die ehrenamtlichen Bürgermeister Ronny Püschel (Hohenfinow), Hans-Jürgen Otto (Parsteinsee) und Andrea von Cysewski (Lunow-Stolzenhagen) gekommen.

„Heutige Senioren wollen nicht betreut werden“, stellte Jörg Matthes zu Beginn fest. Stattdessen wollen Menschen auch nach Austritt aus dem Berufsleben mitwirken. Dieses „Sozialkapital“ sei wichtig und könne durch jeden in den Gemeinden eingebracht werden.

Vor allem Kritikpunkte im Amtsgebiet wurden ungehemmt angesprochen. Der Wegzug von Bankfilialen sei für viele ein großes Problem. Technische Alternativen wie Online-Überweisungen stellen häufig eine Hürde dar. Andrea von Cysewski ermutigte mit Blick auf ihre Gemeinde Lunow-Stolzenhagen, Alternativen in Betracht zu ziehen. In Lunow etwa können Überweisungen im örtlichen Supermarkt abgegeben werden. Besonders schwierig im Alter ist das Thema Mobilität.

Ein Serwester äußerte Kritik am Bürgersteig in seinem Wohnort, den er weder zu Fuß noch mit Rollator sicher nutzen könne. „Dieser Zustand sperrt die Leute ein“, sagte der Mann. Der Haushalt sei zwar noch nicht beschlossen, aber Martin Horst verkündete schon mal, dass die Gemeinde im nächsten Jahr 60 000 Euro in den Bürgersteig in Serwest investieren werde. Es geht um eine Erweiterung von der Buchholzer Straße in Richtung Eberswalde sowie einzelne Reparaturen. Zustimmung unter den Anwesenden. Die meist knappen Gemeindekassen lassen große Investitionen nur sukzessive zu. „Wir brauchen Zeit“, machte Horst klar.

Vorhaben wie Bürgerbusse, die von ehrenamtlichen Helfern gefahren werden sollen, gelingen derzeit wegen mangelnder Beteiligung nicht. Die Gemeinde Schorfheide musste das Projekt einstellen, arbeitet aber an einer neuen Variante, so Gemeindesprecher Ulf Kämpfe. 20 bis 25 Freiwillige seien erforderlich, sagte Jörg Matthes.

Alternative Fortbewegungsmöglichkeiten werden auch deshalb notwendig, weil die Einkaufsmöglichkeiten schwinden. In Serwest vermisse man das Frischemobil, merkte eine Frau an. Das werde nicht wiederkommen, so der Amtschef. Er plädierte dafür, die lokale Wirtschaft zu nutzen. „Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen.“

Der Wunsch nach Seniorenresidenzen und Einrichtungen für betreutes Wohnen müsse durch die Wirtschaft erfüllt werden, so Matthes. Auch im Alter im Wohnort verbleiben zu können, ist ein zentrales Bedürfnis.

Im Dezember wolle man alle Anregungen auswerten, so Gisela Drechsler-Wiese.

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