Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Dass Brandenburger ihre Haustiere mit an den Arbeitsplatz nehmen, ist eher selten der Fall.

Arbeitswelt
Nur wenige Brandenburger nehmen Haustiere mit zur Arbeit

Eine Mitarbeiterin hat beim Aktionstag «Kollege Hund» des Deutschen Tierschutzbundes ihren Husky-Schäferhund-Mischling Kalle an ihren Arbeitsplatz im Büro mitgebracht. Immer mehr Firmen erlauben Hunde im Büro - mit handfesten Vorteile für alle Beteiligten.
Eine Mitarbeiterin hat beim Aktionstag «Kollege Hund» des Deutschen Tierschutzbundes ihren Husky-Schäferhund-Mischling Kalle an ihren Arbeitsplatz im Büro mitgebracht. Immer mehr Firmen erlauben Hunde im Büro - mit handfesten Vorteile für alle Beteiligten. © Foto: Jens Kalaene/dpa
dpa / 17.11.2018, 09:43 Uhr
Potsdam (dpa) Nur wenige Menschen in Brandenburg nehmen ihr Haustier bisher mit zur Arbeit. Es gibt jedoch Arbeitgeber, die Hund, Katze und Co. im Büro zulassen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. „Wir wissen, dass Fachkräfte-Engpässe oft eine Rolle spielen“, sagt Oliver Panne von der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Haustiere am Arbeitsplatz könnten außerdem die Motivation der Mitarbeiter steigern.

Dabei verweist Panne auf eine bundesweite Studie, nach der 34 Prozent der Berufstätigen Arbeitgeber für attraktiver halten, wenn diese Haustiere am Arbeitsplatz erlauben. In einer weiteren Umfrage hätten sich rund 53 Prozent der befragten Firmen dazu bekannt, „pro Hund“ eingestellt zu sein.

„Arbeitgeber müssen dabei aber den Betriebsfrieden wahren“, betont der UVB-Referent. Zudem müssten Haustiere artgerecht gehalten und gegebenenfalls ausgeführt werden. Dies lasse sich oft nicht mit den betrieblichen Aufgaben von Mitarbeitern vereinbaren. Ein weiterer Aspekt sei die Betriebssicherheit und die Rücksicht auf Kunden und Mitarbeiter, die unter Allergien leiden würden.

Rückzugsorte und Gassigehen in der Pause sowie ausreichend Platz sind laut Landestierschutzverbands, wichtige Voraussetzungen, ein Tier am Arbeitsplatz halten zu können. „In vielen Fällen kann das Tier auch dazu beitragen, das Betriebsklima zu verbessern“, sagt dessen Vorsitzende Ellen Schütze. Sie verweist vor allem auf den Hund als Sozialpartner.

In Zeiten länger werdender Arbeitswege und Arbeitszeiten sei es für Halter oft vorteilhaft, den tierischen Liebling gleich vor Ort zu haben, und so mit ihm Zeit zu verbringen. „Die meisten Hunde haben tagsüber ohnehin ein großes Schlafbedürfnis“, erklärt sie. Die Tiere würden also kaum stören. Wichtig sei aber, das vorab mit den Vorgesetzten und dem Team abzuklären. Für Notfälle gebe es Tierpensionen und Hundekindergärten. Auch ihr Tierheim in Fürstenberg/Havel (Oberhavel) biete diesen Service.

In der Stadtverwaltung Potsdam gibt es keinen einzigen Paragrafen, der es Mitarbeitern verbietet, Tiere mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. „Mir ist aber auch nicht bekannt, dass das jemals eine Rolle gespielt hat“, sagt Stadtsprecher Stefan Schulz.

Die Universität Potsdam hingegen verbietet Tiere am Arbeitsplatz, zumindest in den Lehr- und Arbeitsräumen. So sei es vor 20 Jahren verfügt worden, sagte Uni-Sprecherin Silke Engel. Im vergangenen Jahr sei jedoch die Ausnahme hinzugefügt worden, dass Therapie- und Blindenhunde am Arbeitsplatz gestattet sind. „Dafür muss allerdings ein Zertifikat über die Ausbildung der Tiere vorliegen“, betont die Sprecherin. Zudem seien Assistenzhunde erkennbar mitzuführen und dem Lehrpersonal vor der Veranstaltung anzuzeigen. In chemischen, biologischen Laboren und zu Experimentalvorträgen sei ihr Mitführen aus Tierschutzgründen aber nicht gestattet.

Die Sprecherin selbst würde ihr Haustier keinesfalls mit zur Arbeit nehmen. „Mein Haustier und Familienmitglied ist zu groß für das Büro“, erklärt Engel. Es handle sich nämlich um ein Pferd. Und das fühle sich bei seinen Artgenossen in der Herde im Offenstall wesentlich wohler.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG