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Abwasser
Buchholz in Aufruhr

Fürchtet hohe Anschlusskosten:  Arne Ihm hat kürzlich erst seine  Abwassergrube saniert.
Fürchtet hohe Anschlusskosten:  Arne Ihm hat kürzlich erst seine  Abwassergrube saniert. © Foto: Bettina Winkler/MOZ
Bettina Winkler / 18.11.2018, 07:00 Uhr
Buchholz (MOZ) Das 300-Seelen Dorf ist in Aufruhr. Der Zweckverband Wassserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde und Umland hat vorgeschlagen, den Ort an die zentrale Abwasserentsorgung anzuschließen. Grundstückseigentümer müssten in diesem Fall mit horrenden Kosten rechnen.

Gerade erst haben die Buchholzer die monatelange Vollsperrung wegen Straßenausbaus überstanden – schon folgt die nächste Hiobsbotschaft. Der Zweckverband Fürstenwalde plant den Ort an die zentrale Abwasserentsorgung anzuschließen und hat  in einer emotionsgeladenen Einwohnerversammlung über Aufwand und Kosten informiert. Der größte Teil der Buchholzer ist beunruhigt und fürchtet enorme Kosten für den Anschluss.

Norbert Radermacher, der im ehemaligen Pfarrhaus von Buchholz wohnt, gibt zu Bedenken, dass im traditionellen Bauerndorf überwiegend große Grundstücke sind. „Im Fall der Fälle ist mit extrem hohen Beiträgen von mehreren Tausend bis sogar 40 000 Euro zu rechnen.“ Auch sei ein solches Unterfangen in Zeiten des Klimawandels und der demografischen Entwicklung überhaupt nicht mehr zeitgemäß.

Auch Arne Ihm ist sauer. Vor kurzem hat er kostspielig  seine Grube saniert und den Anschluss für das Entsorgungsfahrzeug – wie vom Zweckverband gefordert – nach draußen verlegt. „Mein Grundstück hat 7000 Quadratmeter, da bin ich mit 20 000 Euro dabei. Das kann ich mir nicht leisten“, sagt Arne Ihm. So geht es auch vielen anderen Buchholzern.

Im Abwasserbeseitigungskonzept  ist der Anschluss von Buchholz schon lange vorgesehen. Jetzt will der Zweckverband in die Planung gehen. Die ablehnende Stimmung in der Einwohnerversammlung veranlasst die Verantwortlichen beim Zweckverband zum Einlenken. „Strategisch ist es nicht unbedingt notwendig, Buchholz an das zentrale Abwasser anzuschließen“, sagt die kaufmännische Geschäftsführerin Gisela Scheibe auf Nachfrage. „Wir werden keinen zwingen. In diesem Stadium können wir noch das Vorhaben abbrechen“. Nur die sanierungsbedürftige Großsammelgrube, an die die Plattenbauten in Gemeindehand und einige Privathäuser angeschlossen sind, müsse dann rein rechtlich aus der Zuständigkeit des Zweckverbandes in andere Hände übergehen. „Die Buchholzer müssen sich schnell positionieren“, betont Gisela Scheibe.

Ortsvorsteher Friedhelm Quast ist sich der bedeutenden Thematik für den Ort bewusst. Er will jetzt eine Bürgerbefragung machen. Das Ergebnis ist dann ausschlaggebend  für die Entscheidung.

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