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Deutsch-polnische Grenze
„Stichprobenartige Kontrollen an Oder und Neiße“

„Auf jeden Fall Personalausweis oder Reisepass nötig“: Das sagt  Joanna Konieczniak vom polnischen Grenzschutz.
„Auf jeden Fall Personalausweis oder Reisepass nötig“: Das sagt Joanna Konieczniak vom polnischen Grenzschutz. © Foto: Polnischer Grenzschutz
Dietrich Schröder / 18.11.2018, 14:43 Uhr - Aktualisiert 18.11.2018, 14:40
(MOZ) Wegen der bevorstehenden UN-Klimakonferenz plant Polen ab kommenden Donnerstag Kontrollen auch an der Grenze zu Deutschland. Weshalb und was das für Reisende bedeutet, erläutert die Sprecherin des Grenzschutzamtes in Krosno Odrzanskie, Joanna Konieczniak. Mit ihr sprachDietrich Schröder.

Frau Konieczniak, die UN-Konferenz in Katowice beginnt erst am 3. Dezember, die Kontrollen sind aber schon ab 22. November geplant. Weshalb schon so früh vor der Tagung?

Zu der UN-Konferenz werden Teilnehmer aus mehr als 100 Staaten erwartet, vom 3. bis zum 14. Dezember. Damit dieses bedeutende internationale Ereignis sicher und störungsfrei ablaufen kann, hat unser Innenminister einen Erlass unterzeichnet, laut dem auch an unseren Grenzen zu anderen Schengen-Staaten – also zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen – sowie auf unseren Flug- und Meereshäfen zeitweilige Personenkontrollen durchgeführt werden. Diese sind vom 22. November bis zum 16. Dezember geplant.

Wie muss man sich das vorstellen, es gibt ja an der Oder und der Neiße schon seit Jahren keine stationären Kontrollanlagen mehr?

Die zeitweiligen Kontrollen werden von Patrouillen des Grenzschutzes durchgeführt, die dafür mobile Terminals und sogenannte „Schengenbusse“ nutzen. Das sind speziell ausgerüstete Fahrzeuge, die einen Zugang zur Datenbasis des Schengener Informationssystems haben.

Wird dann jeder Reisende kontrolliert und muss man  wieder mit solchen Staus rechnen, wie vor der Abschaffung der Kontrollen vor elf Jahren?

Nein, an den kleineren Übergangsstellen wird es stichprobenartige Kontrollen geben, die abhängig von unserer jeweiligen Risiko-Analyse stattfinden werden. Es wird auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit an den gleichen Orten kontrolliert werden, sondern lageabhängig. An den Autobahn-Übergängen werden für diese Zeit aber spezielle Kontrollstellen eingerichtet.

Was bedeutet das für die Reisenden?

In dieser Zeit müssen Reisende aus Deutschland, die die polnische Grenze überschreiten wollen, auf jeden Fall ihren Personalausweis oder den Reisepass dabei haben. Reisende aus Drittstaaten müssen – so wie das immer erforderlich ist – den Reisepass und in bestimmten Fällen ein Visum haben, das zum Grenzübertritt berechtigt.

Solche Kontrollen sind sicherlich eine besondere Herausforderung für den polnischen Grenzschutz?

Ja natürlich, aber zugleich ist es bereits das vierte Mal seit dem Beitritt Polens zum Schengensystem im Jahr 2007, dass es solche zeitweiligen Kontrollen gibt. Zum ersten Mal gab es das 2012 während der Fußball-Europameisterschaft, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wurde. Dann 2013, als schon einmal eine UN-Klimakonferenz in Warschau stattfand. Und schließlich 2016 gleich aus zwei Anlässen, während des Nato-Gipfeltreffens in Warschau und als der Papst das Internationale Jugendtreffen in Krakau besucht hatte.

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