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Novemberbasar
Im Gedränge nur vorsichtig vorwärts

Ruth Buder / 19.11.2018, 05:30 Uhr
Diensdorf-Radlow (MOZ) Zwei Wochen vor dem Start der Weihnachtsmärkte ist der Novemberbasar des Fördervereins Diensdorf-Radlow in der Schulscheune immer ein angesagter Termin. Auch bei der 15. Veranstaltung am Sonnabend und Sonntag war der Andrang groß.

Organisatorin Brigitte Fricke gibt sich jedes Jahr alle Mühe, immer neue Aussteller zu gewinnen. „Es ist wichtig, dass die Leute neugierig bleiben“, sagt sie, während sie Kaffee und Tee ausschenkt sowie Kuchen und Plätzchen verteilt. Doris Sommer, die mit ihrem Mann bis aus Lawitz gekommen war, interessiert sich für ein Plätzchenrezept.

„Das ist schon sehr alt, diese Plätzchen habe ich immer mit meinen Kindern gebacken, und die sind heute schon über 60“, erklärt Brigitte Fricke, die sich gemeinsam mit Helga Henschke, Ingrid  Bockenkamm, Barbara John, Anke Rohmann und Hannelore Koopmann um das kulinarische Wohl der Gäste kümmerte. Im neu angebauten Foyer war auch erstmals die Möglichkeit gegeben, Platz zu nehmen.

Im großen Innenraum herrschte indes dichtes Gedränge, nur vorsichtig konnten sich die Besucher angesichts der vielen schönen zerbrechlichen Dinge aus Glas und Keramik vorwärts bewegen. Zum ersten Mal stellte Katrin Haustein aus Wandlitz beim diesjährigen Novembermarkt  ihre Patchworkarbeiten aus. Darunter waren auch Körbe, die Brötchen und Eier auf dem Frühstückstisch warm halten. Ebenfalls erstmals dabei war Gerbera Deeg, die Ketten, Ringe und Armreifen aus Besteck fertigt. Dabei ist der Name ihrer Firma Programm: Reblis Lefart ­– rückwärts gelesen „Tafelsilber“.

Ebenfalls aus Berlin war Gudrun Müller angereist. Die Rechtsanwältin findet Entspannung, wenn sie strickt und Konfitüre kocht. Für ihre Konfitüren und Gelees verwendet sie nur pures Obst, wie Quitten, Feigen oder Äpfel. „Ich halte nichts vom Mix mit Lemongras oder Lavendel an irgendwas, ich mag es einfach und klar.“ Auf die Frage, woher sie neben ihrem Beruf Zeit für ihr Hobby nimmt, antwortet sie mit einem Augenzwinkern: „Wenn andere ins Kino gehen oder sonst was machen, habe ich während der Tagesschau schon einen Pulswärmer gestrickt.“

Auch Annegret Linden aus Fürstenwalde, die Hüttenschuhe strickt und Karten mit Fadentechnik verziert, findet Entspannung bei ihrem Hobby:  „Ich bin im Schuldienst tätig, und Handarbeiten sind für mich autogenes Training. Dabei höre ich gern alle möglichen Vorträge.“

Alles, was mit künstlicher Floristik und weihnachtlicher Dekoration zu tun hat, bot Hildegard Mattenklotz aus Woltersdorf an. Dort betreibt sie seit vielen Jahren ihr Creativ-Studio. „Einer meiner Schwerpunkte sind Hochzeiten. Sie glauben gar nicht, wie viele Männer zum 10. oder auch 50. Hochzeitstag für ihre Frauen Nachbildungen der einstigen Brautsträuße wünschen.“ Das sei besonders schwer bei Sträußen aus der 1960er-Jahren, „als Nelken und Asparagus als Wasserfall angesagt waren.“

Kerzen in allen Formen, Farben  und Größen, bemalt und verziert, verkaufte Sven Hettwer. „Die haben  psychisch kranke Menschen hergestellt, die über diese Arbeit wieder Struktur im Alltag erhalten und in Gesellschaft sein können“, erklärte der Abteilungsleiter Eigenproduktion der Fürstenwalder Christophorus-Werkstätten. Nach Abzug der Materialkosten komme ihnen der Verkaufserlös zugute.

Faszinierende Fotomotive, insbesondere vom Scharmützelsee, hat Christine Wolters aus Diensdorf-Radlow eingefangen und zur Schau gestellt. Und ihre Mützen aus Lammfell sind „mehr als ein Gehirnwärmer“, verspricht sie. Ob ihre von Trabern stammenden filigranen Hufeisen mehr Glück bringen können als die von anderen Pferden, weiß sie indes nicht.

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