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Weihnachtsbäume
In den Wäldern ist Pflanzzeit

Bettina Winkler / 20.11.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 20.11.2018, 09:48
Tempelberg (MOZ) Im November ist Pflanzzeit für Sträucher, Gehölze und Bäume. Auf der Plantage der Forstbaumschule in Tempelberg werden Hunderttausende Pflanzen gezogen, die hauptsächlich zum Aufforsten in Brandenburger Wäldern benötigt werden. Weihnachtsbäume haben trotz Trockenheit gute Qualität.

Aufgereiht – mit weiß gestrichenen Stämmen – stehen 80 Obstbäume in der Halle der Forstbaumschule Lürssen in Tempelberg und warten darauf, in den Boden gebracht zu werden. Der Anstrich soll die Rinde gegen Austrocknung und Sonneneinstrahlung schützen. Mitarbeiter Alexander Borsdow begutachtet die Pflaumen- und Apfelbäume, bevor sie verladen werden. „Das sind alte Sorten, die in Gölsdorf eine Obstbaumallee komplettieren sollen“, sagt Betriebsleiterin Margrit Pöge. In der kommenden Woche werden die Bäume im Auftrag der Gemeinde Steinhöfel als Ersatzmaßnahme für den Neubau des Umspannwerkes bei Tempelberg  eingepflanzt.

Nebenan sortieren Mitarbeiterinnen junge Traubeneichen, die direkt vom Acker der Forstbaumschule geerntet wurden. Mit den nackten Wurzeln werden sie  per Traktor zur Lagerhalle transportiert. Dort landen die Bunde auf Holztischen, werden Stück für Stück gesichtet, nach Größe sortiert, verpackt und mit Feuchtigkeit versorgt. In jedem Bündel stecken 25 Traubeneichen.

Für die Mitarbeiter der Tempelberger Forstbaumschule hat Anfang November die Pflanzsaison begonnen. Das bedeutet für alle jede Menge Arbeit.   Zwölf Leute sind derzeit in Brandenburger Wäldern unterwegs und pflanzen Buchen, Eichen, Linden und Ahorn. Vier Mitarbeiter setzen Straßenbäume in Beerfelde. „Wir pflanzen derzeit ausschließlich Laubgehölze“, erklärt Margrit Pöge.  Man könnte  – wenn es im Sommer genug Feuchtigkeit gegeben hätte – auch Nadelbäume pflanzen. Da es in diesem Jahrhundertsommer aber zu trocken war, werden die Immergrünen erst im Frühjahr in den Boden gebracht.

Bis Weihnachten müssen die Mitarbeiter der Forstbaumschule auch an Wochenenden arbeiten – außer am 1. Adventswochenende, da hat die Chefin „Ruhe vor dem Sturm“ verordnet. Denn vom 3. bis 23. Dezember (9 bis 16 Uhr) können wieder Weihnachtsbäume frisch von der Plantage geschlagen werden.

Der Fürstenwalder  Peter Schmalz kann nicht bis Anfang Dezember abwarten. Mit Messlatte und Säge ist er am Montag schon seit Stunden auf der ein Hektar großen Fläche unterwegs auf der Suche nach seinem perfekten Weihnachtsbaum. „Er soll um 2,50 Meter hoch sein, schön gewachsen, eine Nordmanntanne wäre super“, erzählt der Fürstenwalder, der seinen Traumbaum am liebsten nach dem Mondkalender schlägt. „Bei Neumond geschlagen, bleibt er länger frisch“, sagt Peter Schmalz. Erst begutachtet er gemeinsam mit Margrit Pöge eine Serbische Fichte, die einen schönen Wuchs hat. Nach einiger Fachsimpelei entscheidet sich Schmalz schließlich  für eine Nordmanntanne, die überhaupt zu den beliebtesten Weihnachtsbaumarten  zählt.

„Die Qualität unserer Tannen ist trotz der Trockenheit gut. Sie stehen bei uns auf Lehmboden und wir haben bei Bedarf  gewässert“, sagt Margrit Pöge. Die Preise für Tannenbäume bleiben trotz des Mehraufwandes in diesem Jahr stabil. Blaufichten kosten 15 Euro, Serbische Fichten ebenfalls 15 Euro und  Nordmanntannen 25 Euro (alle bis zu  zwei Metern Höhe).  Aber auch Wiederverkäufer, Hotels und Gaststätten der Region haben schon Bedarf an Weihnachtsbäumen angemeldet. Margrit Pöge hat gerade eine stattliche sieben Meter hohe Tannen für das Hotel Arosa in Bad Saarow auf der Plantage mit rot-weißem Flatterband gekennzeichnet.

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