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Volkstrauertag
Zentrales Gedenken

Am Volkstrauertag, 18. November, erfolgte das zentrale Gedenken des Landkreises Havelland am sanierten Denkmal in Großwudicke.
Am Volkstrauertag, 18. November, erfolgte das zentrale Gedenken des Landkreises Havelland am sanierten Denkmal in Großwudicke. © Foto: Uwe Hoffmann
Simone Weber / 20.11.2018, 16:18 Uhr - Aktualisiert 21.11.2018, 14:48
Großwudicke (MOZ) Die Gemeinde Milower Land kümmert sich jedes Jahr um eines der Kriegsdenkmäler in ihren zehn Ortsteilen. In den zurückliegenden drei Wochen wurde nun das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Friedhof in Großwudicke saniert.  Dorthin luden am Volkstrauertag der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Landkreis Havelland zum zentralen Gedenken eingeladen.  Am 11. November jährte sich der Waffenstillstand von 1918 zum 100. Mal. Damals endete der Erste Weltkrieg.

Im Jahr 1919 schlug der Volksbund zum Gedenken an  die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges den Volkstrauertag vor, der ab 1926 regelmäßig und bis in die 1940er Jahre am fünften Sonntag vor Ostern begangen wurde. Seit 1952 wird den Soldaten und Toten beider Weltkriege und mittlerweile auch der bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr gefallenen deutschen Soldaten am vorletzten Sonntag vor dem Ersten Advent gedacht.

Großwudicke erinnert mit seinem Denkmal an 22 Bewohner des Dorfs, die im Ersten Weltkrieg in Frankreich, Russland, Belgien, Galizien und Mazedonien ums Leben kamen. August Ritter wurde am 29. Oktober 1914 als an der Westfront vermisst gemeldet. Bernhard Lücke starb fünf Tage nach Beginn des Waffenstillstands, am 16. November 1918. Vor dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert, auf einem kleinen schrägen Steinsockel, eine Bronzetafel den Großwudickern, die im Zweiten Weltkrieg den Tod fanden. 14 werden auf der Tafel namentlich genannt, sieben andere sind unbekannt gebliebene Tote.

„Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs starben 9,4 Millionen Soldaten und zwanzig Jahre später brach der Zweite Weltkrieg mit insgesamt 55 Millionen Toten aus“, so Pfarrerin Katrin Brandt von der evangelischen Kirchengemeinde Elb-Havel-Winkel, die auch auf den Beginn des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren hinwies, der weite Teile des Landes nahezu entvölkerte. „Und heute 2018 – vom Frieden sind wir weit entfernt. Unsere Welt ist gefährdet. Kriege, auch in unserer Zeit, brechen nicht wie eine Krankheit aus, sondern weil Menschen versagen.“

Danach verlas Landrat Roger Lewandowski das landesweit einheitliche Totengedenken. Damit wird den Opfern aller Kriege, den Opfern von Vertreibung und von Gewaltherrschaft gedacht sowie denen, die aus rassischen und anderen diskriminierenden Gründen sowie auf Grund ihrer Überzeugungen oder ihres Glaubens eines gewaltsames Todes starben. „Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt“, schloss der Landrat sein Gedenken.

Am kommenden Sonntag nun, dem Toten- auch Ewigkeitssonntag, gedenken die Deutschen ihrer verstorbenen Angehörigen. Dieser Gedenktag wurde 1816 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III.  eingeführt. Der Totensonntag markiert das Ende des Kirchenjahres. Das neue beginnt mit der Adventszeit.

INSCHRIFT AM DENKMAL

Für rund 4.500 Euro hat die Gemeinde Milower Land das Fundament und die Steinfugen des Denkmals in Großwudicke saniert sowie einen Verwitterungsschutz angebracht. Die zwei rückseitig angebrachten Inschriften wurden ebenfalls erneuert. Unbekannt bleibt weiter der Wortlauf der Inschrift auf der Vorderseite unter dem Stahlhelm. Die Gemeinde wäre dankbar für Hinweise dazu.

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