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Kaninchenzucht
Europameister aus Fünfeichen

Frank Groneberg / 24.11.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 25.11.2018, 15:52
Fünfeichen (MOZ) Der Züchter Helmut Burisch aus Fünfeichen hat jetzt zum dritten Mal mit seinen Kaninchen eine Eurpopameisterschaft gewonnen. In Dänemark wurden seine Blaugrauen Wiener ausgezeichnet.

„Schreiben Sie aber bloß nicht zu viel“, sagt Helmut Burisch. „Ein Foto und eine Nachricht reichen doch aus, mehr müssen Sie über mich doch nicht schreiben.“ Er ist sehr bescheiden, der Kaninchenzüchter Helmut Burisch. Und grundsätzlich ehrt ihn das auch. Doch diesmal ist Bescheidenheit unangebracht. Denn wer in unserer Region kann schon von sich behaupten, einen Europameistertitel errungen zu haben. Oder gar – wie im Falle des Fünfeicheners – sogar drei?

Zum dritten Mal ist Helmut Burisch jetzt Europameister geworden. Und zwar in Dänemark, in Herning. Dort fand kürzlich die 29. Europaschau für Geflügel, Tauben, Kaninchen, Cavias (das sind echte Meerschweinchen) und Vögel statt. Die Preisrichter hatten allein 8500 Kaninchen aus ganz Europa, alle geboren in diesem Jahr, zu bewerten und die jeweils besten der einzelnen Rassen zu küren. Und die besten Tiere der Rasse Graublaue Wiener waren aus Fünfeichen nach Dänemark gereist. Vier Geschwistertiere – drei Rammler und eine Häsin. Zusammen sprachen die Preisrichter ihnen die Gesamtwertung von 386,5 Punkten zu. Ein Ergebnis, mit dem Helmut Burisch sehr glücklich ist. „Drei Tiere habe je 96,5 Punkte bekommen“, berichtet er. Das ist die Höchstpunktzahl für das Prädikat „Hervorragend“. Und damit sind diese drei Tiere nur um den Hauch von jeweils einem halben Punkt am höchstmöglichen Prädikat „Vorzüglich“ vorbeigeschrammt.

Ihrem Bruder gestanden die Preisrichter diesen fehlenden halben Punkt jedoch zu: Mit 97 Punkten und dem Prädikat „Vorzüglich“ wurde der junge Rammler zum Meister aller Graublauen Wiener erkoren und dafür zusätzlich mit dem Titel „Europachampion“ geehrt. Weil kein anderes Tier diese Punktzahl erreichte. „Das macht mich natürlich stolz“, gesteht Helmut Burisch ein und meint damit nicht nur den Einzelsieger, sondern alle vier Europameister-Tiere. Seit 50 Jahren züchtet der heute 66-Jährige Kaninchen der Wiener-Rassen, Blaue Wiener und Blaugraue Wiener. Etwa 60 Jungtiere kommen bei ihm jährlich zur Welt, 40 Blaue Wiener und 30 Blaugraue Wiener. Für Festmahle sind diese aber nicht vorgesehen: „Geschlachtet werden nur Tiere, die Zuchtfehler haben“, betont er. Seine Kaninchen seien ausschließlich für die Zucht bestimmt.

Nach Dänemark ist Helmut Burisch nicht allein gefahren, sondern zusammen mit dem Tierarzt Eberhard Sradnick aus Leißnitz, ebenfalls Züchter. Zweimal 720 Kilometer haben sie im Auto zurückgelegt. Im Anhänger transportierten sie nicht nur ihre eigenen Tiere, sondern auch Kaninchen weiterer fünf Züchter aus der Region. Eberhard Sradnick konnte sich ebenfalls über einen großen Erfolg freuen: Einer seiner Schwarzen Wiener, eine Häsin, bekam die Punktzahl 97 zugesprochen und dafür gab es das Europaband – die zweithöchste Auszeichnung nach dem „Europachampion“.

Die Europaschau war für die beiden Ostbrandenburger aber nicht nur Ort dafür, Tiere auszustellen. Helmut Burisch ist seit fast 30 Jahren Preisrichter, ist der einzige Europa-Preisrichter im Land Brandenburg. Als Juror war er auch in Dänemark aktiv und hat an zwei Tagen insgesamt 130 Rexkaninchen bewertet.

Und was passiert nun mit den Europameistern aus Fünfeichen? „Die Nachfrage anderer Züchter war schon in Dänemark sehr groß“, erzählt Helmut Burisch. „Die Häsin wirft in vier Wochen, zwei der Rammler werde ich verkaufen. Den Champion aber behalte ich als Zuchtrammler.“

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