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Einwohner interessiert an Schwanebecker Projekt Erlebnishof / Kritische wie wohlmeinende Stimmen

Erlebnishof
Ein bisschen Holland im Dorf

Visualisierte Idee: Investor Theo Roelofs stellte am Montag öffentlich die Pläne für den Erlebnishof Schwanebeck vor.
Visualisierte Idee: Investor Theo Roelofs stellte am Montag öffentlich die Pläne für den Erlebnishof Schwanebeck vor. © Foto: Andrea Linne
Andrea Linne / 28.11.2018, 07:30 Uhr
Schwanebeck (MOZ) Panketal. Etwa 50 Einwohner folgten am Montagabend der Einladung, sich die Pläne des Investors Theo Roelofs für den Erlebnishof in Schwanebeck anzuhören und Fragen loszuwerden. Neben vielen lauten, kritischen, gab es auch leise, begeisterte Stimmen.

„Ich danke Ihnen für Ihr Durchhaltevermögen“, sagte ein Anwohner, der sich auf die vielen Freizeitangebote und Spielmöglichkeiten für Sohn und Enkel freut. Kritische Stimmen meldeten sich zu Wort. Sie nahmen vor allem die Größe des Vorhabens unter Beschuss. Aber auch die Anfahrt der Kunden über die L200 sowie die 700 Parkplätze an der Dorfstraße wurden von mehreren Interessierten kritisiert.

Sascha Pladeck, zuständig in der Gemeinde für die Orts- und Regionalplanung, erläuterte den Sachstand. Nach insgesamt drei öffentlichen Auslegungen und Änderungen der Größe habe sich der Plan verändert. Am Abend kam es nicht mehr zum Beschluss durch die Gemeindevertreter, die am Dienstag weiterberieten. Erst nach der Veröffentlichung ließe sich die Genehmigung für den Ausbau des bisherigen Pflanzenmarktes zum Erlebnishof beim Landkreis einholen.

So wurde die künftige Gestaltung auf dem fast fünf Hektar großen Gelände in drei Sondergebiete geteilt. 3000 Quadratmeter stehen als Verkaufsfläche für Blumen und Gartenfachmarkt zur Verfügung. Ein Bauernmarkt mit holländischen Produkten und Schauvorführungen sowie der eigentliche Erlebnishof mit Spielplätzen, 150 Jahre alter holländischer Achteckmühle und Gastronomie liegen auf den weiteren Sondergebieten. Am Fließgraben entsteht eine fünf Meter breite Geh- und Fahrstraße, die auch öffentlich zugänglich bleiben soll. Hierzu gab es Nachfragen, die allesamt in dieser Aussage von Pladeck mündeten.

Zwischen Garten- und Bauernmarkt überspannt künftig ein sogenanntes Atrium die beiden Präsentationsflächen. Giebel werden malerisch ortstypisch wie Scheunengiebel aussehen.

Investor Theo Roelofs berichtete von holländischen Brücken, die den Fließgraben hin zu Teich und Tiergehege überspannten. „Familien sollen sich bei uns entspannen können“, sagte er. „Wir bieten ein bisschen Holland, ein bisschen Freizeit und ein bisschen Dorf“, verwies er auf teils unlösbare Konflikte und Forderungen vieler Schwanebecker.

Zum Grundstück Dorfstraße 31 hin soll eine 1,60 Meter hohe immergrüne, blickdichte Hecke als Abgrenzung dienen, so Pladeck. Die Mühle werde mit Flügeln 28 Meter hoch ausfallen und wurde vom vorderen in den rückwärtigen Bereich verschoben. Ein geplanter 45 Meter hoher Werbemast fiel nach den letzten Einwendungen weg.

Zur Finanzierung gab es keine Auskünfte. Ursprünglich sollten 15 Millionen Euro bis Ende 2018 investiert werden. Frühestens Mitte 2019 ist aber nun mit einem Baubeginn zu rechnen. Geöffnet sei der Hof, so die Antwort Roelofs auf eine Frage, wochentags und an den Wochenenden von 8 bis 19 Uhr. Die Beeinträchtigung sei durch die geöffneten Spielflächen groß, mahnte ein Anrainer. Auch das Verkehrskonzept, das zwar den Knoten zur L313, aber nicht zur Autobahnauffahrt Schwanebeck untersucht hatte, wurde mehrfach hinterfragt. Alle nötigen Gutachten lägen vor, so Pladeck, auch zum Verkehr. Insgesamt sei die Geschossflächenzahl viel zu hoch, so einige Schwanebecker. Sie befürchteten weitere Erweiterungen zu einem späteren Zeitpunkt. Das wies Roelofs zurück. In einem städtebaulichen Vertrag zwischen der Gartencenter Schwanebeck GmbH und der Gemeinde werden Details später geregelt.

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