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Kliestow
Ortsbeirat gesteht Scheitern ein

Ortsbeirat: Sitzung mit Bernd Veith, Wolfgang Welenga, Bernd Meergans, Gudrun Heinrich und Karsten Richter
Ortsbeirat: Sitzung mit Bernd Veith, Wolfgang Welenga, Bernd Meergans, Gudrun Heinrich und Karsten Richter © Foto: Jan-Henrik Hnida
Jan-Henrik Hnida / 28.11.2018, 07:45 Uhr
Kliestow (MOZ) Bei der Ortsbeiratssitzung am Montagabend sollte es hauptsächlich um die Bildung einer Arbeitsgruppe für das 700-Jahr-Jubiläum gehen. Doch auf die Nachfrage, ob es vorab ein Konzept vom Ortsbeirat gebe, riss einem Mitglied der Geduldsfaden.

„Sie sehen doch, dass dieser Ortsbeirat gescheitert ist!“, platzte es aus Karsten Richter, Mitglied des Ortsbeirats, heraus. Zuvor hatte eine Kliestowerin gefragt, ob es ein Konzept für die Arbeitsgruppe zum Dorfjubiläum gebe, die sich Mitte Januar treffen soll. „Wir sind keine Entertainment-Vereinigung“,  so Richter vorab auf den Hinweis von einem der 15 Anwohner, dass man für die AG doch ein „bisschen was Handfestes“ brauche. Der Ortsbeirat sei ein politisches Gremium und nicht für die Organisation der Feier verantwortlich.

Als dann erneut der Vorwurf aus dem Zuschauerbereich kam, dass sich der Beirat „nicht davonstehlen“ könne, war es um Karsten Richters Geduld geschehen. Sein ganzer Frust über die Querelen zwischen Wehrleiter und Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Welenga sowie Ortsvorsteherin Gudrun Heinrich entlud sich. Bereits von Beginn an war die Sitzung angespannt.

„Dann brauchen wir ja nicht über die Feier reden“, machte Welenga seine defensive Haltung für den Abend klar. Nach seiner Ankündigung, dass sich die Feuerwehr nicht an den Feierlichkeiten zum Jubiläum beteiligen werde und stattdessen ein eigenes Fest zu 135 Jahren Feuerwehr in Erwägung ziehe, hielt er sich am Montagabend mit Äußerungen zurück. Doch die „normalen Querelen“ – wie Gudrun Heinrich es nennt – setzten sich auch diesmal fort. Welenga mahnte an, dass das Diktiergerät auszuschalten sei. Warum? „Ich verlange es so.“ Aber die Ortsvorsteherin würde es sowieso derart halten, wie sie „lustig“ sei, meinte er.

Wie tief der Zwist in Kliestow sitzt, machte auch der Appell eines Gastes deutlich: „Bitte laden Sie alle Aktiven aus dem Ort ein“ – auch die Feuerwehr. „Ich kann keinen zwingen, zu kommen“, entgegnete Gudrun Heinrich. Klar sei, dass alle Bürger wie Vereine und Firmen eine Einladung erhalten werden. Wie diese aussehen sollen, plane sie noch. „Ich spare mir meine Aussage, sonst platzt mir gleich der Kragen“, meinte ein junger Mann.

Zum Tagesordnungspunkt AG Dorfjubiläum hatte sich die Ortsvorsteherin von den Booßener Einladungen für deren 700-Jahrfeier inspirieren lassen. Bürger wie Vereine sollen die gleiche Einladung erhalten. „Wir sollten sie bei den Firmen und Vereinen persönlich vorbeibringen“, fand dagegen Bernd Meergans.

Um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen, habe sie eine „neutrale Person“ für die Arbeitsgruppe aus Kliestow angesprochen, die die Moderation übernehmen soll, so Gudrun Heinrich. Als Gast werde dann auch die städtische Kulturdezernentin Milena Manns erwartet.

„Wir haben uns doch gut geeinigt“, beurteilte Heinrich die angespannte Sitzung am Dienstag. „Warum Karsten ausgerastet ist, verstehe ich nicht.“ Der Ortsbeirat habe doch einiges erreicht. Zum Beispiel die Unterschriftenlisten gegen die Erhebung der Straßenausbaubeiträge.

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Bernd Meergans 29.11.2018 - 15:44:13

Die Rolle der Medien...

Es ist sehr schade, vom einmaligen (verdeckten) Besuch eines Medienvertreters diese Schlagzeile zu produzieren... Die Aussage eines OBR-Mitgliedes ist für mich nicht maßgeblich! Auch fehlen der MOZ viele Hintergrundinformationen zur Gesamtsituation in Kliestow. Mit solchen und ähnlichen Artikeln heizen die Medien die Stimmung weiter an, ja, sie Untergraben das Miteinander. Dieser Beitrag hat dem Ort mehr geschadet, als geholfen.

Gudrun Heinrich 28.11.2018 - 21:31:14

Wieso gesteht Ortsbeirat Scheitern ein?

Dieser Titel des Berichtes über den Ortsbeirat ist sehr irreführend. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Jahre ist doch viel Gutes erreicht worden, auch durch den Ortsbeirat. Die Kirchenmauer wird instand gesetzt, wir haben einen wunderbaren Fahrradrastplatz, die Herbstfeste und Kindertags- und Weihnachtsfeste wurden unterstützt sowie auch Bürgerinitiativen, wie der Gartentag im Juni 2018, um nur einiges zu nennen. Ich denke und wünsche mir, dass wir unseren Wählerauftrag gemeinsam bis zur Neuwahl so gut es möglich ist nachkommen und da möchte ich Karsten Richter beipflichteten, als politisches Gremium. Gudrun Heinrich Ortsvorsteherin Kliestow

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