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Familien
Von Hamburg nach Doberburg

Freundliches Quartett: Familie Dippel ist von Hamburg nach Doberburg gezogen. Daniela und Jan Dippel sind mit ihren Töchtern Leni (8) und Paula (5) gut in der Niederlausitz angekommen.
Freundliches Quartett: Familie Dippel ist von Hamburg nach Doberburg gezogen. Daniela und Jan Dippel sind mit ihren Töchtern Leni (8) und Paula (5) gut in der Niederlausitz angekommen. © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 29.11.2018, 21:30 Uhr
Doberburg Die Niederlausitz stirbt langsam aus? Nicht überall. In Doberburg ist jeder dritte Einwohner im Kinder- und Jugendalter. Jetzt ist aus Hamburg eine junge Familie zugezogen. Und die bringt sich gleich richtig ein.

Für Daniela Dippel ist es fast wie die Rückkehr in die alte Heimat. Denn aufgewachsen ist die 42-Jährige in Wittmannsdorf  bei Lübben. Nach ihrem Abi am Paul-Gerhard-Gymnasium geht sie zum Studium der Sozial-Pädagogik nach Kiel. Dort arbeitet sie nach dem Studium als Diplom-Sozialpädagogin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ein weiterer beruflicher Schritt ist die Arbeit als Sozialpädagogin an einer Hamburger Gesamtschule.

Jan Dippel ist zwar in Kassel geboren, aufgewachsen ist er jedoch in Hamburg. Nach dem Abi studiert er auf Lehramt Grund- und Mittelstufe. Biologie und Werken sind seine Hauptfächer. Seine erste Stelle ist an der Gesamtschule in Tornesch. Ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter ist die  Berufung zum stellvertretenden Schulleiter einer Reformschule in Hamburg.

2008 lernen sich beide kennen, beziehen im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel eine gemeinsame Wohnung. Dass Daniela Dippel ihre alte Heimat Brandenburg nie ganz aus den Augen verloren hat, zeigt sich auch daran: Das junge Paar beschließt, seine Hochzeit in Lübbenau zu feiern. Mit Kahnfahrt und allem spreewaldtypischen Drum und Dran.

2010 wird Leni geboren, 2013 Paula. Die Familie verbringt so manchen Urlaub im Brandenburgischen, genauer: am Schwielochsee. Dort hatte Daniela Dippels Vater viele Jahre lang ein Segelboot zu liegen.

Mit dem Heranwachsen der Töchter wächst in Daniela Dippel der Wunsch, ländlich zu wohnen. Mecklenburg-Vorpommern kommt in Frage, aber auch die alte Heimat Niederlausitz. In Jan Dippel erstarkt zeitgleich der Wunsch nach einer eigenen Familienimmobilie.  In Hamburg, das ist dem Familienvater klar, ist so etwas utopisch. Warum also nicht auf dem Lande? Jan Dippel sieht sich im Internet nach freien Lehrerstellen um. Dabei entdeckt er eine Offerte der Ludwig-Leichhardt-Oberschule in Goyatz, dem Ort, den er ja schon von Urlauben her kannte.  Bei einem Vorstellungsgespräch berichtet der damalige Schulleiter Dieter Klaue von dem schön gelegenen Doberburger Haus, von dem er wusste, dass es verkauft werden sollte. Die Familie kann sich mit der Eigentümerin einigen und erwirbt es. Jan Dippel zieht am 1. Mai ein, seine Frau folgt vier Wochen später mit den Kindern. Bei der Einschulung von Leni (8) passiert die nächste angenehme Überraschung: Als Schulleiterin Adelheid Schauer von Daniela Dippel erfährt, dass sie als Sozialpädagogin an Schulen gearbeitet hat, bietet sie der Neu-Doberburgerin spontan einen Job als Lehrerin im Seiteneinsteigerprogramm an. Die zweifache Mutter sagt zu.

Vater und Mutter in Brot und Lohn, die ältere Tochter eingeschult, und Paula (5) hat sich in der Lieberoser Kita eingelebt. „Unsere Töchter hatten in ihren Einrichtungen einen guten Start“, ist Daniela Dippel erleichtert. Leni kann sich in Zaue den Traum des Reitens erfüllen, Paula genießt musikalische Früherziehung in Lieberose. Demnächst kommen zwei Katzen dazu: Vorzüge des Landlebens.

Jan Dippel hat inzwischen nicht nur als Lehrer der Goyatzer Oberschule seine Feuertaufe bestanden, sondern auch als Feuerwehrmann. „Neuling, und gleich voll bei den Waldbränden dabei!“, so der 45-Jährige. Das Engagement bei der Feuerwehr habe das Ankommen in der Region sehr erleichtert. „Wenn man wo neu ist, muss man sich einbringen“, so das Credo des Familienvaters.

Die Familie sei überhaupt herzlich empfangen worden, finden die Eheleute. „Am zweiten Abend kamen die Frauen des Dorfes mit Brot und Salz“, erinnert sich Daniela Dippel. Zwei Tage später sei man bei der Familie des Ortsvorstehers zum Babyfüßeln eingeladen gewesen. Auch zu den Nachbarn gebe es ein herzliches Verhältnis.

Die Familie wird aus Anlass des Weihnachtsfestes zum ersten Mal Familien-Anlaufpunkt. „Sonst sind wir immer zur Familie feiern gegangen. Jetzt kommen erstmals Familienmitglieder zu uns“, freut sich Daniela Dippel. „Ja, jetzt sind wir die Kernfamilie“, ergänzt ihr Mann.

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