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Straßenbau
Mühlenstraße soll für Anlieger billiger werden

Neubau auf Gemeinde-Kosten? Ob sich das bei der Mühlenstraße in Wildberg wirklich rechnet, soll ein Planungsbüro in den nächsten Wochen prüfen. Dann wird auch feststehen, wieviel die Anwohner bezahlen müssten.
Neubau auf Gemeinde-Kosten? Ob sich das bei der Mühlenstraße in Wildberg wirklich rechnet, soll ein Planungsbüro in den nächsten Wochen prüfen. Dann wird auch feststehen, wieviel die Anwohner bezahlen müssten. © Foto: Ingmar Hoefgen
Ingmar Höfgen / 01.12.2018, 15:00 Uhr
Wildberg Die Mühlenstraße in Wildberg soll endlich ausgebaut werden – nur mit Geld der Gemeinde Temnitztal. Das beschlossen die Gemeindevertreter am Donnerstagabend in Kerzlin.

Es ist eine fast schon unendliche Geschichte. Gesprochen wurde über den Ausbau der Mühlenstraße schon seit Jahren. Getan hat sich bisher nichts. Über die Gründe gibt es unterschiedliche Varianten. Temnitztals Bürgermeister Thomas Voigt will bei einem Besuch im Infrastrukturministerium in Potsdam festgestellt haben, dass ein Fördermittelantrag unter der früheren Amtsdirektorin Susanne Dorn nie gestellt worden ist – so jedenfalls stellte er es am Donnerstag in öffentlicher Sitzung dar. Das Ministerium teilte mit, dass es einen Antrag gebe, der aber die Förderkriterien nicht erfüllt habe; dies sei der Gemeinde auch im April 2018 mitgeteilt worden.

Sei es, wie es sei – der Blick, auch beim Ausbau der Mühlenstraße, geht in die Zukunft. Und da scheint das Motto: Klein und fein. Der Ausbau soll komplett aus der eigenen Tasche bezahlt werden – in Brandenburg, wo viele auf den nächsten Fördermittelbescheid angewiesen sind oder zumindest gern darauf warten, eine Besonderheit.

Einer der Gründe für diesen ungewöhnlichen Weg ist, dass man so die Anlieger weniger belasten will. Fördermittel gehen einher mit Auflagen, die den Bau verteuern. Daran würden auch die Grundstückseigentümer zwangsbeteiligt, die durch die neugemachte Straße einen Vorteil haben. Erinnert wurde an die Augusta- und die Thälmannstraße, deren Ausbau angeblich nur ein Drittel gekostet habe, weil Temnitztal selbst zahlte.

Ob in Zeiten des Mindestlohns und der gut ausgelasteten Baubetriebe auch noch so viel Ersparnis möglich ist, soll nun eine neue Planung ergeben. In der nächsten Woche soll mit einem Planer vor Ort besprochen werden, was geht. Bürgermeister Thomas Voigt steckte am Donnerstag schon mal die Grenzen ab: Versickerungsmulden statt Rohre unter dem Straßenbelag, der Gehweg nur auf einer Seite, und eine geschickte Anordnung der Lampen, die gut das gesamte Areal ausleuchten sollen.

Was den Anwohnern wohl nicht erspart bleibt, sind hohe Kosten für die Ausfahrten. Voigt will hier eine einheitliche Gestaltung und nicht etwa unterschiedliche Ideen verwirklicht sehen. Die in einer alten Kalkulation enthaltenen 14 000 Euro pro Auffahrt sollen aber nicht mehr erreicht werden. Außerdem soll zügig ausgeschrieben werden – ehe die Unternehmen sich „vollgesaugt“ haben und „mit Abwehrpreisen“ auf die Ausschreibungen reagieren. Gemeint ist, dass die Baufirmen angesichts der guten Konjunktur schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen – und dann kaum noch etwas geht.

Ausbaubeitrag

■ Die vor einem Monat gestartete Volksinitiative, um Anliegerbeiträge für den Straßenausbau abzuschaffen, hat mehr als 10 000 Unterschriften gesammelt. Erreicht sie 20 000, muss sich der Landtag mit dem Thema beschäftigen.⇥(ih)

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