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Musikwissenschaftler und Chorleiter Wulfhard von Grüner gestorben

Gestorben
Vermittler der Kraft von Musik

Wulfhard von Grüner (1941 - 2018)
Wulfhard von Grüner (1941 - 2018) © Foto: privat
Michael Dietrich / 05.12.2018, 06:00 Uhr
Criewen Der langjährige Chorleiter des Nationalpark-Chores Criewen ist tot. Wulfhard von Grüner ist am Montag vor einer Woche im Hospitz in Eberswalde im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Wurfhard von Grüner stammt aus Thüringen und kam 1994 in die Region als Musiktherapeut im Angermünder Krankenhaus. 1999 wurde er Leiter der neuen betreuten Wohnstätte für chronisch kranke Suchtpatienten im Vorwerk Criewen. Er übernahm 2003 die Leitung des Criewener Chores, der zehn Jahre später den Ehrentitel Nationalparkchor erhielt und half ebenso bei der Leitung des Mürower Chores aus. Er spielte im Posaunenchor Criewen und sprang bei Bedarf als Organist für die Kirchengemeinde ein. In Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen und Rehakliniken engagierte er sich für gemeinsames Singen und Musizieren als Form der Therapie. In der Ergotherapieschule vermittelt er sein Wissen über die Wirkung der Musik. Daheim in Criewen unterhielt er eine private Musikschule und bot Kurse zum Liedspiel auf dem Akkordeon und Blockflöte an.

Der Musikschullehrer, Musikwissenschaftler und Musiktherapeut beschäftigte sich Zeit seines Berufslebens mit Musiktheorie, philosophischen und therapeutischen Fragen der Musik. Er verfasste Fachbeiträge zur Musik, ihrer Kraft und Wirkung, erarbeitete musikhistorische Beiträge zum Beispiel über Johann Abraham Peter Schulz oder Martin Luther.

Viele Chorsätze, die er mit den Sängern einstudierte, stammen aus seiner Bearbeitung, zum Beispiel Lieder des Komponisten Carl Wilhelm aus seiner Heimatstadt Schmalkalden. Legendär war auch von Grüners Komposition der „Schwanenmusik“ für zwei Blockflöten, die den Gesang von Schwänen imitierte, aufgeführt zu den Singschwan-Tagen.

Von Grüner begann mit zwölf Jahren Akkordeon zu spielen, studierte an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen.

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