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Arbeitsgericht
Seit 25 Jahren ehrenamtliche Richterin

Ein Arbeitsleben als Gewerkschafterin: Seit 1991 arbeitet Birgit Breuer beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Über den Job kam sie zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Beisitzende beim Arbeitsgericht Neuruppin. Sonst verbringt sie ihre Freizeit aber mit weniger ernsten Angelegenheiten. Vielen ist sie auch als Präsidentin des Neuruppiner Carneval Clubs bekannt.
Ein Arbeitsleben als Gewerkschafterin: Seit 1991 arbeitet Birgit Breuer beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Über den Job kam sie zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Beisitzende beim Arbeitsgericht Neuruppin. Sonst verbringt sie ihre Freizeit aber mit weniger ernsten Angelegenheiten. Vielen ist sie auch als Präsidentin des Neuruppiner Carneval Clubs bekannt. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 08.12.2018, 08:30 Uhr
Flecken Zechlin Die Rheinsbergerin Birgit Breuer ist seit 25 Jahren als ehrenamtliche Richterin am Neuruppiner Arbeitsgericht tätig. Dafür ist sie zum Ehrenamtsempfang des Landes eingeladen worden. An diesem Sonnabend trifft sie auf Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Gemeinsam mit rund 100 weiteren verdienten Ehrenamtlern wird Birgit Breuer am Mittag im Brandenburg Saal der Staatskanzlei in Potsdam sitzen. Wie sie zu dieser Ehre kommt, ist der 54-Jährigen selbst gar nicht bewusst. „Ich hatte die Einladung im Briefkasten. Irgendjemand muss mich vorgeschlagen haben. Aber ich wusste erst gar nicht, ob für mein Ehrenamt als Richterin, der wegen des Karnevals“, so Breuer. Denn viele in der Region werden sie weniger als Beisitzende am Arbeitsgericht kennen sondern als Präsidentin des Neuruppiner Carneval Clubs (NCC). Tatsächlich wird sie aber für ihr juristisches Engagement geehrt.

Zu dieser Tätigkeit kam Birgit Breuer durch ihre Arbeit beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Wie viele Bürger der ehemaligen DDR stand sie in der Wendezeit vor einer ungewissen Zukunft. Sie hatte als Wirtschaftskauffrau bei den Elektrophysikalischen Werken in Neuruppin gearbeitet. Als das Leiterplattenwerk 1991 dicht machte, hatte Breuer Glück. Eine ehemalige Kollegin, die bereits beim DGB arbeitete, habe sie gefragt, ob sie Arbeit sucht, und holte sie zu der Gewerkschafts-Dachorganisation. 1993 sollte der DGB ehrenamtliche Richter für die Gewerkschaftsseite benennen. Für den Beisitz am Arbeitsgericht sollen sowohl die Sicht der Arbeitnehmer als auch die der Arbeitgeber vertreten sein. Birgit Breuer wurde gefragt, und sie sagte zu.  Seitdem hat sie sich immer wieder erneut berufen lassen. „Entweder man macht es, oder man macht es nicht“, sieht sie es pragmatisch.

Etwa drei bis vier Mal pro Jahr ist sie in Gerichtsprozessen. Sie sitzt der Richterin Karin Garske bei. Welcher Fall für sie am denkwürdigsten war? „Das weiß ich gar nicht. Eigentlich ist es nichts besonderes. Es ist oft dasselbe“, sagt sie. In der Regel klagen Leute gegen ihre Entlassung, wollen Abfindungen oder klagen gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Am öffentlichkeitswirksamsten war wohl die Klage eines ehemaligen Neuruppiner Kulturamtsleiters gegen seine Entlassung.

Hauptberuflich ist Birgit Breuer dem DGB treu geblieben. Seit 2007 arbeitet sie in der Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin. Sie ist für das Rechnungswesen zuständig. Seit 2012 ist sie beim Verein zur Förderung der gemeinnützigen Arbeit des Gewerkschaftsbunds angestellt. Der Arbeitsplatz blieb aber derselbe. Ihre jüngste Tochter Sandra ist übrigens in ihre Fußstapfen getreten. Als Assistentin der Geschäftsführung hat sie ihr Büro auf der gegenüberliegenden Seite des Korridors.

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