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480 Ehrenamtler stehen dafür in Brandenburg zur Verfügung - ihre Aufgaben werden immer umfangreicher

480 Ehrenamtler
Brandenburgs Streitschlichter vor wachsenden Aufgaben

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Symbolfoto © Foto: dpa/Jan Woitas
dpa / 08.12.2018, 14:00 Uhr
Potsdam (dpa) Die rund 480 ehrenamtlichen Streitschlichter an den 200 kommunalen Schiedsstellen in Brandenburg stehen vor wachsenden Aufgaben. „Die Zahl der Schiedsleute ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben“, sagt Andreas Roß, Vorsitzender der Landesvereinigung im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS). Ihre Aufgaben würden aber immer komplexer und damit auch ihre Weiterbildungsanforderungen.

„Es wird schwieriger, Leute für das Ehrenamt zu finden“, sagt Roß. Fortbildungen und Erreichbarkeit rund um die Uhr seien nicht jedermanns Sache.

In Zeiten hoch ausgelasteter Gerichte kommt den ehrenamtlichen Streitschlichtern eine immer wichtigere Rolle zu. „Die Schiedsverfahren bedeuten eine große Entlastung für die Gerichte“, sagt ein Sprecher im Potsdamer Justizministerium. Deshalb sei in diesem Jahr auch gesetzlich geregelt worden, dass Schiedsleute von den Kommunen pauschal für ihren Aufwand entschädigt werden dürfen. Das Ministerium und die Amtsgerichte würden sich außerdem stetig um eine gute Aus- und Fortbildung der Ehrenamtler bemühen.

Den meisten Streitschlichtern gehe es aber nicht ums Geld, denn die Schiedsaufgabe sei kein Beruf, sondern Berufung, betont Schiedsmann Roß. „Es ist ganz wichtig, dass wir keine Juristen sind, sondern aus allen Schichten der Gesellschaft kommen.“

Tatsächlich könne von den mehreren tausend Schlichtungsverfahren im Jahr der Großteil informell geregelt werden. Komme es doch zu einem außergerichtlichen Vergleich, habe der Urteilscharakter, müsse aber auch jeder juristischen Prüfung standhalten könne, betont Roß. Die Schlichter könnten bis zu 80 Prozent ihrer Verfahren binnen der gesetzlichen Pflicht von drei Monaten abschließen.

Neben den kommunalen Schiedsstellen gibt es auch welche an den Kammern im Land. 2017 wurden bei der Handwerkskammer Potsdam beispielsweise 248 Streitfälle zwischen Handwerkern und Verbrauchern bearbeitet - dabei ging es um Forderungen in Höhe von insgesamt etwa 430 000 Euro. In diesem Jahr waren es der Kammer zufolge bisher 42 Verfahren.

Die Schlichtungsstelle bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam wurde erst im vergangenen Sommer gegründet. „Wir gehen künftig von einem Dutzend Schlichtungsverfahren pro Jahr aus“, sagt Kammersprecher Detlef Gottschling. Bislang wüssten aber noch zu wenig Menschen Bescheid über die Möglichkeit Streitigkeiten außergerichtlich zu schlichten. Deshalb soll es besondere Infoveranstaltungen dazu geben.

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