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Vereinsgründung
Bewusstsein für Natur- und Tierschutz wecken

Wollen den Tierschutz in die Schulen und Kita bringen: Kathrin Scheuermann, Elisa Franke, Claudia Szusgien, Robert Rößler und Petra Birkholz (v.li.).
Wollen den Tierschutz in die Schulen und Kita bringen: Kathrin Scheuermann, Elisa Franke, Claudia Szusgien, Robert Rößler und Petra Birkholz (v.li.). © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 08.12.2018, 17:30 Uhr
Falkensee Es sind die Meldungen über Kinder, die mit Igeln Fußballspielen, Videos in denen Jugendliche Tiere quälen, sich dabei filmen und diese dann ins Netz stellen, die Petra Birkholz auf den Gedanken brachten, den Tierschutz und damit verbunden den Naturschutzgedanken, in die Schulen und Kitas zu bringen. Denn wenn Hänschen weiß, dass man nicht mit Steinen nach Enten wirft, wird auch Hans nicht auf die Idee kommen und seine Kinder im selben Sinn erziehen.

Nachhaltigkeit nennt Birkholz das und ihre sechs Mitstreiter musste sie gar nicht lange überzeugen. Zusammen bildet die Gruppe den Verein „Sonnenzeiten für Tiere“, Ende August erfolgte der offizielle Eintrag ins Vereinsregister. Tierschutz? Haben wir doch schon! Stimmt, die Sonnenzeiten-Mitglieder widmen sich jedoch ganz anderen Tierschutz-Aspekten als der ortsansässige Tierschutzverein mit angegliedertem Tierheim. Birkholz ist selbst im Tierheim Falkensee aktiv.

Tiere aufnehmen und vermitteln gehört auch nicht zur Palette der Leistungen, die die Sonnenzeiten-Mitglieder erfüllen wollen. Sie wollen nicht unmittelbar am Tier tätig werden, nichts mit streicheln und in treue Hundeaugen schauen. Der Verein soll nicht nur in Brandenburg aktiv sein, einige der Mitglieder kommen aus Berlin, und so wird hier zunächst der Einsatzort liegen. Deutschlandweit helfen, ist das große Ziel.

Um den Gedanken des Tierschutzes an Kinder vermitteln zu können, hat der Verein Arbeitsblätter entwickelt, mit deren Hilfe Erzieher und Lehrer mit den Kindern den Umgang mit Tieren, dem Naturschutz und dem Tierschutz erarbeiten können. Dazu Empfehlungen, ob die Fragen durch einfache Antworten, besser im Rollenspiel oder kreativ mit Stift und Block oder Knete gelöst werden können. Für unterschiedliche Altersgruppen gibt es entsprechenden Arbeitsbögen. Hier wird der Umgang mit Tieren erörtert, unterschieden zwischen Haustier, Nutztier und Wildtier, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebensräume besprochen.

Die Tierschützer stellen die Materialien zur Verfügung, geben Vorschläge an die Hand, die Umsetzung bleibt aber in der Hand von Erzieher oder Lehrer. In die Schulen würden sie kommen, wenn Projektwochen im Rahmen des Naturschutzes geplant werden oder eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft.

Das zweite Projekt befasst sich mit dem sehr praktischen Teil aller Tierheime: baulichen Maßnahmen. Der Verein möchte hier zu Materialspenden aus der Bevölkerung anregen und somit notwendig werdende bauliche Maßnahmen unterstützen.

Der Einsatz für Tiere von Menschen mit niedrigem Einkommen steht ebenfalls auf der Agenda. Teure Behandlungen oder Operationen kann sich nicht jeder Tierbesitzer leisten. Hier wollen die Mitglieder für die konkreten Einzelfälle sammeln, das Geld soll dann direkt an den behandelnden Tierarzt gehen. Dafür werden noch dringend Veterinärmediziner gesucht, die unterstützen würden und Rabatt gewähren. Gedacht ist diese Hilfeleistung in erster Linie für Obdachlose, deren Tiere im versorgungsfreien Raum leben. „Diese Lücke soll geschlossen werden“, sagt Birkholz.

Und es wird eine Zusammenarbeit mit den Tafeln der Republik angestrebt. Ziel ist es, in jeder Tafel ein Regal für Tierfutter zur Verfügung stellen zu können.

Für all diese Aktivitäten ist natürlich ein umfangreiches Netzwerk erforderlich, das gerade beständig ausgebaut wird. Ehrenamtliche Transporteure werden gesucht, die Baumaterial oder Futterspenden von A nach B fahren.

Petra Birkholz hat den 1. Vorsitz im Verein, Elisa Franke ist Kassenwart. Zweiter Vorsitzender ist der Erzieher Oliver Birkholz. Auch Claudia Szusgien ist Erzieherin. Sie prüft die Arbeitsmaterialien auf die pädagogischen Inhalte. Fachkompetenz in Fragen rund um den Hund kommt von Robert Rößler. Der Hundetrainer bringt Erfahrung aus Projektarbeit mit Kindern mit, beantwortet gern Fragen zum Umgang mit dem Hund, Schwerpunkt ist die Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Kathrin Scheuermann aus Falkensee ist Gründungsmitglied und führt Protokoll.

Es gibt viel zu tun. Kaum gegründet, sind die Tierschützer bereits aktiv, packen Weihnachtspäckchen für Tierschutzvereine und leisten Notfallhilfe. Nähere Informationen zu den einzelnen Projekten oder wie man selbst Mitglied werden kann, gibt es auf www.sonnenzeiten-ev.de

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