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Amtsausschuss Lebus bewilligt weitere Zuzahlungen bis 2023 / Geförderte Stelle endet im Mai / Malnowe-Verein zieht sich zurück

Schwierige Finanzierung
Unterstützung für den Heimattiergarten

Eldorado für Kinder und Familien: Die Wettbewerbskommission für den Landeswettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ besuchte den Haustiergarten Mallnow im Februar.
Eldorado für Kinder und Familien: Die Wettbewerbskommission für den Landeswettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ besuchte den Haustiergarten Mallnow im Februar. © Foto: Johann Müller
Ines Weber-Rath / 09.12.2018, 07:00 Uhr
Lebus/Mallnow (MOZ) Die Vertreter der Lebuser Amtsgemeinden wollen den Mallnower Heimattiergarten erhalten. Der Amtsausschuss hat bis 2023 weitere Unterstützungszahlungen beschlossen. Der Arbeitsinitiative Letschin fällt es als Träger jedoch immer schwerer, die Finanzierung zu sichern und Stellen zu besetzen.

Seit 25 Jahren ist der Heimattiergarten in Mallnow eine Attraktion für Familien aus der Region zwischen Frankfurt, Seelow und darüber hinaus. Das soll auch so bleiben. Die Mitglieder des Amtsausschusses haben in dieser Woche beschlossen, weitere Unterstützungszahlungen zu leisten: Von 2019 bis 2023 soll die Arbeitsinitiative Letschin (AIL) als Träger der Einrichtung weiter jährlich 5000 Euro aus dem Amtshaushalt erhalten. In dieser Höhe hat das Amt den Tiergarten auch in diesem und im vorigen Jahr bezuschusst. Doch kostendeckend ist der Betrieb damit noch immer nicht.

Denn eben erst habe der Dorfentwicklungsverein Malnowe mitgeteilt, dass er sich aus der Mitfinanzierung zurück ziehen müsse, informierte Katrin Schulz, die Geschäftsführerin der Arbeitsinitiative Letschin, die Amtsausschussmitglieder.

Der Lebuser Vertreter Andreas Weber – der Mallnower ist Mitglied des Malnowe-Vereins – zeigte sich von der Mitteilung überrascht. Die finanzielle Situation des Vereins lasse die Unterstützung des Tiergartens wohl nicht mehr zu, mutmaßte Weber. Der Malnowe-Verein, einer der wichtigsten Kooperationspartner des Heimattiergartens, hatte sich zuletzt mit 6500 Euro an dessen Finanzierung beteiligt.

Insgesamt fehlen der Arbeitsinitiative zur Kostendeckung künftig noch rund 10 000 Euro, machte Katrin Schulz deutlich. Denn „drei Mitarbeiter brauchen wir dort mindestens“, erklärte sie. Derzeit sind in der Einrichtung eine festangestellte Kraft und zwei Bundesfreiwilligendienstler, Buftis, tätig.

Doch das geförderte Projekt „Flora und Fauna kreativ erlebbar gestalten und entdecken“, über das ein nicht unerheblicher Teil der Kosten für den Heimattiergarten gedeckt wird, läuft Ende Mai 2019 aus, informierte Katrin Schulz. Und was die Buftis betrifft, so werde es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Immerhin geht es nicht nur darum, dass Hunderte Tiere in den Mallnower Gehegen täglich – auch am Wochenende – gefüttert werden wollen. Sondern auch um eine gewisse soziale Kompetenz im Umgang mit Kindern und Familien.

Denn sie stellen das Gros der jährlich mehr als Tausend Besucher. Seit Herbst 2016 habe es allein im Rahmen des Flora und Fauna-Projektes 165 Veranstaltungen für Schul-, Kita- und andere Gruppen, wie solche aus den Wichern-Wohnstätten gegeben, berichtete Katrin Schulz. Die Besucher seien aus Lebus, Reitwein, Frankfurt, Manschnow und vielen anderen Orten, bis aus Neulewin, gekommen, so die AIL-Chefin.

Während sich die Projektarbeit auf die Naturscheune und das Naturschutzgebiet an den Mallnower Oderhängen konzentriert, sind viele andere, private Besucher zufrieden, wenn sie die Haustiere im Park – von Meerschweinchen und Kaninchen über Hühner und Enten bis zu den Ziegen, Ponys, Eseln und Nandus – füttern, streicheln und beobachten können. Die Kinder der Mallnower Kita sind hier fast zu Hause.

Der Tiergarten sei ein Beispiel für die gute Kooperation von Stadt, Wirtschaft – hier dem Mallnower Landwirtschaftsbetrieb – sowie Vereinen und anderen Trägern, lobte Mallnows Ortsvorsteherin Gabriele Neidhardt im Februar, beim Besuch der Wettbewerbskommission für den Landeswettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ im Heimattiergarten. Die Stadt Lebus hat sich in diesem Jahr erstmals am Wettbewerb beteiligt. Sie steuert trotz eigener Finanzprobleme jährlich 10 000 Euro zum Unterhalt des Tiergartens bei. Die Arbeitsinitiative werde über ein neues Förderprogramm eine Stelle für die Einrichtung beantragen, kündigte Katrin Schulz an.

Kommentar: Ein Stück Lebensqualität

Der Unterhalt eines Heimattiergartens ist eine klassische freiwillige Aufgabe. So bezeichnet der Gesetzgeber alles, was eine Kommune nicht finanzieren muss. Doch die Vertreter der Lebuser Amtsgemeinden haben sich hinter die Lebuser Stadtverordneten gestellt, in deren Zuständigkeit die Mallnower Einrichtung fällt: Der Mini-Zoo ist eine regionale Attraktion für Kinder und Familien und verdiene Solidarität, meinen die Zeschdorfer, Podelziger, Reitweiner und Trepliner Vertreter. Bravo!

Denn leicht ist den Abgeordneten die Entscheidung vor dem Hintergrund kommunaler Haushaltslöcher nicht gefallen. Doch letztlich geht es um den Erhalt von Lebensqualität im ländlichen Raum.

Im Falle des Mallnower Tiergartens kann übrigens jeder Besucher seinen Teil dazu beitragen – indem er die Spendenbox am Eingang füllt. Denn Eintritt wird nicht erhoben. ⇥Ines Weber-Rath

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