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Kleinste Kita der Stadt hat freie Plätze / Familiäre Einrichtung verpasst 30-jähriges Jubiläum

Jubiläum
Viel Platz im Sonnenschloss

Michael Dietrich / 11.12.2018, 06:15 Uhr
Kunow (MOZ) Das „Sonnenschloß“ hat 30-jähriges Jubiläum. Die kleinste Kindertagesstätte der Stadt Schwedt wurde 1988 auf Elterninitiative gegründet und hat bis heute alle Wirren und Sparzwänge überstanden.

Schon das 25-jährige Bestehen der Kita war etwas Besonders. Welches Dorf mit 370 Einwohnern hat heutzutage noch eine Kita und so lange? Das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Selbst große Gemeinden wie Berkholz-Meyenburg mit mehr als 1200 Einwohnern können sich oftmals keine Tagesstätte für ihre jüngsten Einwohner mehr leisten. Um so erstaunlicher, dass die Kita jetzt ihr Jubiläum glatt vergessen hat. Am 3. September hätte sich die Eröffnung 1988 zum 30. Mal gejährt.

Die Kita in Kunow heißt „Sonnenschloß“, befindet sich im Obergeschoss des Gutshauses und hat Platz für 26 Kinder. Liebevoll sind Wände in der Theater- und Puppenecke, im Musik- und Bauzimmer und sogar auf dem Kinder-WC mit bunten Bildern gestaltet. Aus der Not mit der Treppe hoch in den ersten Stock haben die Erzieherinnen eine Tugend gemacht. Jede Stufe ist nummeriert, sodass die Kinder beim Treppensteigen das Zählen und die Zahlen üben können.

Drei Erzieherinnen sichern die Betreuung über zehn Stunden am Tag ab. Franziska Pich ist seit ein paar Jahren Leiterin. „Wir sind nur eine kleine Kita, aber das ist auch unser Vorteil. Bei uns geht es echt familiär zu“, erzählt sie, während sie den Kleinsten aus der Krippe die Mütze zubindet, bevor es in den Garten hinterm Haus zum Spielen geht.

Gerade einmal 14 Kinder sind in der Kita derzeit angemeldet. Da haben jeweils zwei Erzieher und in der Mittagszeit oft auch drei natürlich mehr Zeit für jedes Kind. „Wir werben schon dafür, dass wir noch mehr Kinder bekommen“, erklärt die Leiterin. Eine Mutter bringt ihr Kind sogar aus der Stadt nach Kunow, nachdem sie in der Wunschkita keinen Platz bekam. Früher haben auch Eltern aus umliegenden Orten die Kita angewählt, aber da gibt es derzeit keinen Bedarf.

Der Bestand der Kita war mindestens zweimal gefährdet. Einmal rettete sie die Zusammenlegung mit der Kita Hohenfelde, ein anderes Mal die Aufnahme von Hortbetreuung. „Doch das ist in Kunow schwer, da auch nicht so viele Busse fahren wie zum Beispiel nach Criewen. Und schwer ist, die Kinder nach der Schule zum Hort zu fahren“, räumt Sylvia Döpke von der Stadt ein. „Ja, wir werben für die Kita, aber in ihrem Bestand ist sie nicht gefährdet“, sagt die Zuständige für die Kitas in Schwedt.

Wie ein Sonnenschloss sieht das Gutshaus jedoch nicht aus. Der graue Putz des denkmalgeschützten Hauses bröckelt schon an einigen Stellen. Irgendwann, heißt es aus dem Bauamt, wird da mal etwas passieren müssen. Vielleicht klappt es ja bis zum 35. Jubiläum ...

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