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Die Recycling-Firma Berec will die Wegführung für den Lieferverkehr verbessern / Anwohner wünschen sich eine zukunftsfähige Variante

Verkehr
Beste Lösung für LKW-Zufahrt gesucht

Kerstin Ewald / 11.12.2018, 08:30 Uhr - Aktualisiert 11.12.2018, 16:27
Löhme (MOZ) In Löhme wird um die mögliche Verlegung einer Firmenzufahrt debattiert. Die Geschäftsleitung wollte die Verkehrssituation für den Betrieb und die Anwohner verbessern und ließ einige Varianten prüfen. Doch gerade dadurch wurden Anwohner sensibilisiert und  stellten sich quer.

Die Firma Berec stellt an ihrem Standort in Löhme aus gebrauchten Kunststofffolien Granulate her, die sich wieder zu neuen Produkten verarbeiten lassen. Für ihren Beitrag am Wertstoffkreislauf hat das Unternehmen sich den Respekt der Landesregierung Brandenburg erworben. Solange die Vermeidung von Verpackungsmüll noch in den Kinderschuhen steckt, gilt Recycling vor Verklappung als die umweltfreundlichere Variante.

Allerdings ist den Löhmern, die beinahe täglich dem Lieferverkehr Berecs ausgesetzt sind, das Einsatzgebiet der Firma zweitrangig. Zu eng scheint ihnen ihre Dorfstraße für die fünf bis zehn täglichen 25-Tonner, die Materialien anliefern. „Die Lkw belasten das Dorf mit Emissionen“, bedauert Jens Dietz, der aktiv wurde, als er von der Prüfung einer neuen Zufahrtsvariante  hörte, die an seinem Haus vorbei führt.  „Die Fahrer müssen oft auf der schmalen Dorfstraße parken, um sich anzumelden und lassen dabei ihre Motoren laufen“, kritisiert er. Nachdem im Juni bekannt wurde, dass Berec seine Zufahrt möglicherweise rund 250 Meter weiter nach Westen verlegt, trat er auf den Plan und mobilisierte die potenziell davon Betroffenen.

Mitte November reichte Dietz schließlich eine Petition bei der Werneuchener Verwaltung ein – unterschrieben von 156 Löhmern, davon 55 Anliegern der Dorfstraße. „Wir Anwohner sind für eine Alternativroute!“, fordern die Unterzeichnenden und sprechen sich für die Prüfung einer Zufahrt aus, die die Lkw aus Richtung Bernau nicht mehr durchs Dorf, sondern direkt vom Norden hin zu Berec schicken würde. Neben Lärm- und Abgasbelastung führen die Bürger ihre Sorge an, für die durch Schwerlaster verursachten Schäden mit aufkommen zu müssen. Auch finden sie die Dorfstraße generell zu eng für sich begegnende Laster und Pkw – und zwar selbst dann, wenn Ausweichbuchten gebaut würden.

Für Ortsvorsteher Fred Engelke ist die Situation aber viel komplexer, als in der Petition angedeutet wird. Um den Betroffenen entgegenzukommen, hatte er samt Ortsbeirat die Verwaltung Werneuchen aufgefordert, eine außerörtliche Umgehungsstrecke zu prüfen. Zum Zeitpunkt der Petition sei diese Variante aber schon vom Landesverband Straßenwesen abgelehnt worden.

„Wenn wir uns nicht einvernehmlich mit der Firma Berec einigen, bleibt die jetzige Zufahrt von der Dorfstraße bestehen, und das wäre für mich die schlechteste Variante, da die Lkw an einer engen Stelle abbiegen müssen.“  Einige prekäre Punkte hätten immerhin, so Engelke, durch eine Verlegung auf der Dorfstraße entschärft werden können durch die Variante, die jetzt die Anwohner abgewählt haben.

Seit Anfang der 90er Jahre sei man in Löhme eigentlich gut mit der Firma Berec gefahren, meint Ortsvorsteher Engelke. Damals, als die Firma ihren Standort in Löhme einrichtete, hatten die Leute dies sogar begrüßt, zumal einige aus dem Dorf dort Arbeit finden konnten. Erst in den letzten Jahren ist die Stimmung bei einigen gegenüber der Firma etwas skeptischer geworden. Für die Sorge, Berec könnte seine Produktion in den nächsten Jahren signifikant erhöhen, sieht er keine Anhaltspunkte. Engelke bemüht sich weiter um eine Lösung, mit der alle leben können: „’Will ich nicht’ ist als Haltung ok. Aber man muss doch andere Alternativen aufzeigen“, meint er. Und genau daran wird er weiter mitarbeiten.

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