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Ortsdurchfahrt
Anwohner beklagen Mängel an neuer B 167

Volkmar Ernst / 11.12.2018, 14:24 Uhr - Aktualisiert 11.12.2018, 17:34
Grieben (MOZ) Die Verkehrsfreigabe für die Bundesstraße 167 durch Grieben ist bereits erfolgt. Nun prüft der Landesbetrieb für Straßenwesen als Bauherr, ob alle Arbeiten wie in den Planungen vorgesehen, auch erledigt wurden. Viele Griebener sind enttäuscht, weil sie dazu nicht eingeladen sind.

Das sei so aber auch nicht vorgesehen, erklärt Hans-Jürgen Otte, beim Landesbetrieb für die Bauplanungen zuständig. „Bei der Verkehrsfreigage geht es darum, ob alle Schilder am vorgegebenen Platz stehen, damit der Verkehr rollen kann. Bei der technischen Abnahme prüfen wir, ob die beteiligten Firmen richtig gearbeitet, also das Gefälle ausreicht, damit das Wasser abläuft oder auch der richtige Asphalt verwendet wurde. Dafür gibt es gesetzliche Vorgaben, die überprüfen wir dabei“, so Otte. Das heiße jedoch nicht, die Bürger bewusst auszugrenzen. „Wir haben angeboten, dass die Einwohner oder ein Vertreter bei den Baubesprechungen dabei sein können, dazu stehen wir auch heute noch.“ Sein Angebot: „Wenn es eine Mängel- oder Wunschliste gibt, dann möglichst schnell her damit. Am besten im Baucontainer abgeben.“ Allerdings schränkt er ein, dass der Landesbetrieb bei vielen Wünschen nicht der richtige Ansprechpartner sei. Das betreffe beispielsweise Wünsche nach einer Tempobegrenzung oder zum Gehwegebau.

Doch genau um solche Beanstandungen geht es unter anderem Eberhard Fehlow, Benno Kranich  und Joachim Johr. Sie haben die Bauarbeiten aus dem Blickwinkel der Einwohner begleitet. Dass die Arbeiten nicht unter Vollsperrung ausgeführt wurden, ist ein Kritikpunkt, der  sie noch immer ärgert. Wenigstens hätte das beim Aufbringen der Deckschicht erfolgen müssen, um die Lärmbelästigungen zu vermeiden oder zu minimieren, die dort entstehen, wo die Fahrbahnflächen aufeinandertreffen. Das ist beispielsweise direkt vor dem Haus der Kranichs der Fall. „Wenn die Laster hier durchrasen, und das machen sie, dann stehen wir im Bett“, bemängelt Benno Kranich. Dass das Abfräsen der Straßenoberfläche eine Besserung beschert, glaubt er nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt, den die Drei ausgemacht haben, ist der zu geringe Abstand von Gehweg und den Einfahrten zu den Parknischen. Die sind abgeschrägt. Doch viele Kraftfahrer parken so, dass ein Teil des Hecks dann in den Gehweg hineinragt. „Mit einem Kinderwagen muss man einfach auf die Grünfläche ausweichen“, bemängeln sie Planungsfehler. Das allerdings weist Otte mit dem Hinweis zurück, dass diese nicht dem Landesbetrieb angelastet werden können. „Unser Auftrag war die Instandsetzung der Fahrbahn. Den Gehweg haben wir wieder so hergerichtet, wie er vormals vorhanden war. Das gilt gleichfalls für das Absenken der Bordsteine. Wenn der Gehweg hätte verändert werden sollen, hätten das die Gemeinde planen und die Anwohner schließlich bezahlen müssen.“

Dass sich entlang der Bordsteine  Wasser ansammle, ist aus Sicht der Einwohner ein weiterer Mangel. Hier verspricht Otte Nachbesserungen, sollten Hindernisse tatsächlich den Abfluss des Wassers verhindern. Ansonsten verweist er auf die gesetzlichen  Bauvorgaben. Viele Griebener befürchten zudem, dass im Winter, sollte es tatsächlich schneien und dazu noch kalt werden, das Wasser nicht in die Gullys ablaufen könne. Ihre Forderung ist: So lange nicht alle Mängel abgestellt sind, sollten maximal 30 Kilometer pro Stunde auf der Ortsdurchfahrt erlaubt sein. Mehr noch, werden auch für später regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen gefordert. Noch besser wäre aus ihrer Sicht ein stationärer Blitzer, wie es ihn in Rüthnick gebe.

Dass das Regenwasser von der Straße am Ortseingang aus Richtung Herzberg über die Reinigungsanlage in den kleinen Teich geleitet wird, war in den Planungen so enthalten und durch die Wasserbehörde auch genehmigt worden. Hier waren die Anwohner insofern erfolgreich, dass das Wasser künftig ohne Umweg über den in den Eichholzgraben geleitet wird. Sie befürchten, dass ansonsten das Biotop durch das Wasser Schaden nehmen könnte.  Die Planungen dafür  laufen bereits, bestätigte auch Otte. „Die Arbeiten werden im kommenden Jahr ausgeführt“, so der Fachmann.

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