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Kinderkunstgalerie in Bad Saarow nach Betreiberangaben die kleinste weltweit

Jubiläum
Rekord auch ohne Guinness-Buch

Jubiläumsbesuch: Die Schüler aus der Klasse 3a der Maxim-Gorki-Schule vor der Kinderkunstgalerie an der Lindenstraße. Für die neue Ausstellung haben sie unter anderem in Reißtechnik Katzenmotive hergestellt.
Jubiläumsbesuch: Die Schüler aus der Klasse 3a der Maxim-Gorki-Schule vor der Kinderkunstgalerie an der Lindenstraße. Für die neue Ausstellung haben sie unter anderem in Reißtechnik Katzenmotive hergestellt. © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 11.12.2018, 19:40 Uhr - Aktualisiert 11.12.2018, 21:25
Bad Saarow (MOZ) Seit mittlerweile 15 Jahren gibt es die Kinderkunstgalerie in Bad Saarow. Am Dienstag ist dort eine Ausstellung mit einer Auswahl von Werken aus eineinhalb Jahrzehnten eröffnet worden. Die Betreiber dachten unterdessen sogar an einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Es war eine Vernissage und eine Jubiläumsveranstaltung zugleich, die am Dienstag vor der Kinderkunstgalerie auf der Wiese an der Lindenstraße in Bad Saarow stattfand. Kunstlehrerin Katharina Bethke von der Maxim-Gorki-Schule hatte die Kinder aus ihrer Klasse 3a mitgebracht. Viele von ihnen sind mit Kunstwerken in der Ausstellung vertreten. Die neunjährige Mae zum Beispiel hat, wie viele ihrer Klassenkameraden, in Reißtechnik aus bemalten Papierstücken eine Katze dargestellt. Die Arbeit entstand bereits vor zwei Jahren, als das Mädchen noch die 1. Klasse besuchte.

Zum Jubiläum ist die Galerie von ihrem Betreiber, dem Fürstenwalder CTA-Kulturverein Nord, mit Werken aus den 15 Jahren ihres Bestehens bestückt worden. Die Schüler der 3a lieferten nicht nur Katzenbilder, sondern auch Herbst- und Wintermotive. Auch Getöpfertes ist zu sehen. Besonderer Hingucker ist eine Miniatur des Scharmützelsees mit Bad Saarow, Diensdorf-Radlow und Wendisch Rietz. Katharina Bethke hat sie vor elf Jahren mit Schülern gefertigt.

Ralf Ullrich, der Geschäftsführer des CTA-Kulturvereins, blickte in seiner kleinen Ansprache auf die Entstehung der Kinderkunstgalerie zurück. Der kleine Pavillon an der Lindenstraße hatte im Jahr 2003 als Trinkhäuschen für das in Bad Saarow aus der Tiefe geförderte Solewasser längst ausgedient, stand leer und drohte zu verfallen. „Ein Abriss wäre aber schade gewesen“, sagte er rückblickend – die Idee, dort eine winzige Galerie einzurichten, entstand.

Zum 15-jährigen Bestehen wurde das Häuschen renoviert. Die Gläser, auf denen die Kunstwerke präsentiert werden, sind neu, neue Bilderrahmen wurden angeschafft, bei Dunkelheit wird der Raum jetzt mit LED-Lichtern erhellt.  1700 Euro konnte der Kulturverein investieren, das Geld stammt vom Landkreis Oder-Spree, von der Jugendkoordination des Amtes Scharmützelsee und aus den Einnahmen der Gemeinde Bad Saarow durch die Kurtaxe, wie es am Dienstag hieß. „Wir haben hier eine Möglichkeit, lebendige Kunst von Kindern aus dem Ort zu zeigen“, sagte Amtsdirektor Christian Riecke bei der Ausstellungseröffnung.

Sieben Quadratmeter klein ist die Galerie für kleine Bad Saarower Künstler. Kulturverein-Geschäftsführer Ralf Ullrich kam dadurch auf eine Idee, wie bei der Jubiläumsfeier erzählte. „Ich habe lange recherchiert“, fing er an. Ergebnis seiner Nachforschungen: „Wir haben hier die weltweit kleinste Galerie.“ Sie ist nur gut halb so groß wie eine Galerie in den USA mit 13,6 Quadratmetern, auf die Ullrich im Netz aufmerksam wurde. Er meldete sich beim Guinness-Buch der Rekorde, um Bad Saarow dort einen Eintrag zu verschaffen. Sein Ansinnen aber sei abgelehnt worden, berichtete er. Das Buch nehme nur noch neue Rekorde auf, bei denen es um maximale Größe gehe, nicht aber um minimale Größe, sei ihm beschieden worden. Seinen Stolz konnte das nicht schmälern. „Den Rekord kann uns trotzdem keiner nehmen“, sagte er.

Das Häuschen ist derart klein, dass es nur zum Auf- und Abbau betreten wird. Besucher blicken von außen durch die Fenster auf die Kunstwerke. Die 36. Ausstellung seit 2003 ist nun an der Lindenstraße zu sehen. Die Intensität soll sich erhöhen. Vier Mal im Jahr soll die Galerie künftig neu bestückt werden. Lehrerin Katharina Bethke arbeitet mit ihren Schülern bereits an neuen Werken.

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