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Die russische Austauschstudentin Nastja Mclakova freut sich auf ein „richtig deutsches Weihnachtsfest“

An(ge)kommen
Der erste eigene Adventskalender

Will Weihnachtsmärkte besuchen und öffnet jeden Tag ein Türchen: Nastja Mclakova und andere russische Austausch-Studentinnen feiern dieses Jahr in Frankfurt Weihnachten.
Will Weihnachtsmärkte besuchen und öffnet jeden Tag ein Türchen: Nastja Mclakova und andere russische Austausch-Studentinnen feiern dieses Jahr in Frankfurt Weihnachten. © Foto: Rene Matschkowiak
Lisa Mahlke / 13.12.2018, 07:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) „Weihnachten feiern in Russland nur gläubige Leute, die in die Kirche gehen“, erzählt Nastja Mclakova über ihre russisch-orthodoxen Landsleute.

Und dann muss sie erst einmal kurz überlegen, bis ihr einfällt, dass Weihnachten in Russland auf den 7. Januar fällt. Wann das Fest in Deutschland begangen wird, weiß sie ganz genau. Denn darauf bereitet sie sich in diesem Jahr vor.

Die 20-Jährige ist Austauschstudentin an der Viadrina. Sie und andere Studentinnen aus Russland haben sich vorgenommen, in knapp zwei Wochen ein „richtig deutsches Weihnachtsfest“ zu feiern. Nastja Mclakova ist schon mittendrin und öffnet jeden Tag ein Türchen. Zwar hat sie in einem Supermarkt auch einen Bieradventskalender gesehen und fand „die Idee spannend und zur deutschen Bierkultur passend“. Für sich kaufte sie aber einen „ganz normalen mit Schokolade“. Ihr erster eigener, denn zu Hause in der Schule teilte sich die Klasse manchmal die Schokolade, wenn jemand einen aus Deutschland mitbrachte.

In Russland gibt es „keine Weihnachtsmarktkultur“, sagt sie. „Das wollen wir wirklich hier nachholen.“ Sie und ihre russischen Freundinnen besuchen die Weihnachtsmärkte der Region, zum Beispiel den in der Frankfurter Marienkirche und in Berlin, erzählt Nastja Mclakova und beginnt zu singen „O Tannenbaum, O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“. Fast empört schiebt sie hinterher: „Das sind gar keine Blätter!“

Ob sie sich am 24. einen Weihnachtsbaum in ihr Zimmer im Studentenwohnheim stellt, kann die junge Frau noch nicht sagen. Wenn, dann einen aus Plastik. „Aber ich habe in letzter Zeit so viele Artikel über die Probleme mit Plastik gelesen“, gibt sie zu bedenken. Ansonsten planen sie und ihre Freundinnen einen Mix aus deutschem Weihnachtsfest und russischer Silvesterfeier. Im direkten kulinarischen Vergleich stehen dann Würstchen mit Kartoffelsalat und Olivier genannter, russischer Kartoffelsalat mit Erbsen und Möhren. „Man sagt, der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser – Silvester besteht er bei uns zu 70 Prozent aus Olivier“, scherzt Nastja Mclakova.

Die Freundinnen bereiten für Heiligabend außerdem Plätzchen und Glühwein vor, erzählt sie und erklärt, dass das typisch russische Silvestergetränk Champagner ist. „Wodka eigentlich nicht, nur bei Beerdigungen. Die Polen trinken viel mehr Wodka als wir.“ Anschauen werden sie sich typisch deutsche Weihnachtsfilme, außerdem „Kevin – Allein zu Haus“. Nastja Mclakova und die anderen wollen ihre Wünsche auf Zettel schreiben und sich gegenseitig beschenken. „Bei uns bringt Opa Kälte die Geschenke“, versucht die Geschichtsstudentin „Väterchen Frost“ ins Deutsche zu übersetzen. Am 31. Dezember wollen die Studentinnen ein zweites Mal feiern. Vielleicht besucht Väterchen Frost dann ja auch das Frankfurter Studentenwohnheim.

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