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Protest
Liepe darf nicht wolfsfrei werden

Denkste: So leicht lässt sich Isegrim nicht aus seinem Revier verbannen.
Denkste: So leicht lässt sich Isegrim nicht aus seinem Revier verbannen. © Foto: Carsten Rehder
Marco Marschall / 14.12.2018, 09:15 Uhr
Liepe Es wird erstmal nichts aus Liepe als wolfsfreier Zone. Das macht das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft der Gemeinde in einem Schreiben unmissverständlich klar. Der Wolf sei eine in Deutschland und in den meisten EU-Ländern streng zu schützende Art. Die Landesregierung könne sich nicht über Vorgaben hinwegsetzen und daher keine Regelungen beschließen, die offenkundig rechtswidrig sind.

Dies gelte insbesondere für die Forderung nach einer Ausweisung wolfsfreier Gebiete und Lizenzjagd nach schwedischem Vorbild. „Unvereinbar mit dem Jagdrecht und dem Waffenrecht wäre es auch, den Tierhaltern wie gefordert das Recht zuzubilligen, angreifende Wölfe zur Gefahrenabwehr zu töten“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der von den Gemeindevertretern gefasste Beschluss, mit dem sich Liepe zur wolfsfreien Zone erklärt, sei damit nicht rechtsbindend. Er stelle eine Äußerung für die weitere Diskussion um das künftige Wolfsmanagement in Brandenburg dar. Um zusätzliche Spielräume in diesem Punkt zu gewinnen, befürwortet die Landesregierung eine Lockerung des strengen Schutzes des Wolfs auf europäischer Ebene. Brandenburg habe sich mit dieser Bitte schon vor Jahren an die Bundesregierung gewandt und stehe damit nicht mehr allein da. Das Land will sich weiterhin für eine Lockerung einsetzen.

Diese letzten Ausführungen sehen die Lieper offenbar als Hoffnungsschimmer. Denn das Schreiben des Ministerium sei laut Amtsdirektor Jörg Matthes in der Gemeindevertretersitzung vom Dienstag durchaus positiv aufgenommen worden. „Wir haben aber nochmal bekräftigt, dass wir die wolfsfreie Zone haben wollen“, erklärt Liepes Bürgermeister Klaus Marschner dennoch. Jeder habe in der Gemeindevertretung auch seine Meinung gesagt.

Wie nun weiter verfahren wird, ist nicht ganz klar. Das Thema wird die Lieper im nächsten Jahr wohl weiter beschäftigen. Ebenso wie die Hohenfinower, die sich auch am Protest zur Lockerung des Schutzes beteiligten und sich zur wolfsfreien Zone erklärten. Sie dürfte ein ähnliches Schreiben des Ministeriums erwarten. (mm)

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