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Landwirte warten auf Dürrehilfe

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Symbolbild © Foto: Julian Stratenschulte/dpa
dpa / 16.12.2018, 07:47 Uhr - Aktualisiert 16.12.2018, 08:14
Teltow (dpa) Der Sommer war heiß, sehr trocken und brachte den Landwirten immense Verluste. Hilfen lösen die Probleme jedoch nur zum Teil.

Trotz der angekündigten Dürrehilfe stehen betroffene Brandenburger Landwirte mit dem Rücken zur Wand. „Die Reserven sind nach dem heißen Sommer mit großer Trockenheit in vielen Betrieben aufgebraucht“, sagte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir hoffen, dass die zugesagten Hilfen am 1. Januar 2019 auf den Konten sind.“

Rund 770 Brandenburger Agrarbetriebe haben bis zum Stichtag 7. Dezember Anträge auf Dürrehilfe in Höhe von 93,5 Millionen Euro eingereicht. Bund und Land stellen jeweils 23 Millionen Euro bereit. Die Unterlagen werden jetzt geprüft.

Angesichts der insgesamt von Brandenburger Agrarbetrieben gemeldeten Schäden in Höhe von 370 Millionen Euro, können mit der zugesagten Dürrehilfe die Verluste nicht wettgemacht werden, sagte Wendorff. „Es müssen Kredite bedient, Pachten bezahlt und die Löhne der Mitarbeiter überwiesen werden“, sagte er. Es gehe für viele Unternehmen um die Sicherung der Liquidität und damit die Fortführung der Betriebe.

Üblicherweise werde zum Jahreswechsel auf das vergangene Jahr zurückgeschaut. „Viele Kollegen befürchten, dass es 2019 genauso weiter gehen könnte“, sagte der Landesbauernpräsident. Zudem würde ein gutes Jahr nicht ausreichen, um die Verluste der Vergangenheit wettzumachen.

Aus seiner Sicht ist eines der Hauptprobleme, dass sich die Bauern nicht ausreichend wappnen können, um solche Situationen zu meistern. Auch in normalen Zeiten stünden die Landwirte unter großem Druck, weil sie kaum Rücklagen bilden können.

„Es fehlen geeignete Krisensicherungssysteme“, sagte er. Für die Schaffung einer Risikoausgleichsrücklage mache sich nun Brandenburg im Bundesrat stark. Es gehe auch um wirksame Versicherungslösungen, die bei Problemen greifen. „Wir wollen nicht regelmäßig um staatliche Hilfen betteln müssen. Das ist entwürdigend und schädigt den Ruf der Bauern“, sagte Wendorff.

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