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Angst vor dem Wolf
Panische Schafe verursachen Verkehrsunfall

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: dpa/Paul Zinken
Olaf Gardt / 16.12.2018, 19:00 Uhr - Aktualisiert 17.12.2018, 11:55
Friedland (MOZ) Der Schäfer Thomas Wischnewski hat am Sonntag von einem Wolfsübergriff auf seine rund 300 Tiere starke Herde, die aktuell an der B 168 zwischen Friedland und Lieberose weidet, berichtet. Ein Schaf sei dabei gerissen worden. Das habe ihm auch der sofort hinzugerufene Rissgutachter bestätigt, so Wischnewski. Der entstandene Schaden sei jedoch weitaus größer. So sei die Herde in Panik geraten und aus der rund zwei Hektar großen Koppel ausgebrochen. Die Schafe überquerten die Bundesstraße. Ein Tier stieß dabei gegen ein vorüberfahrendes Fahrzeug. Ein Polizeisprecher in Königs Wusterhausen bestätigte den Unfall. Dabei sei es bei Sachschaden an dem Auto geblieben, Personen wurden nicht verletzt.

Wischnewski geht davon aus, dass zunächst seine Haftpflichtversicherung die Kosten der Fahrzeugreparatur übernehmen wird. Aus seiner Sicht müsste dies aber auch als Wolfsschaden wie bei einem gerissenen Tier anerkannt und vom Land getragen werden. „Wenn das drei oder vier mal vorkommt, bekomme ich doch eine Kündigung von meiner Versicherung“, ist der Schäfer überzeugt.

Wischnewski schützt seine Schafe nach eigenen Angaben seit zwanzig Jahren mit Elektrozaunmatten und Herdenschutzhunden. So sei es auch in der Nacht zum Sonntag gewesen. Er glaubt auch, dass sein Schutzhund weitere Risse am frühen Sonntag verhindert habe. Allerdings könne er nicht sagen, ob nur ein Wolf oder mehrere der Raubtiere angegriffen hätten. Wischnewski ist sich sicher, dass der 90 Zentimeter hohe Zaun einfach übersprungen wurde. „Die Wölfe“, ist Wischnewski überzeugt, „beobachten und lernen.“ Er spricht sich dafür aus, dass Raubtiere, die auf Nutztiere übergreifen, schneller geschossen werden. Wichtig sei auch, dass alle Angriffe den Behörden gemeldet werden. Der Schäfer glaubt, dass viele private Tierhalter den Aufwand scheuen und einen Tierverlust einfach hinnehmen.

Thomas Wischnewski wird seine Schafe wie geplant in ihre Winterställe treiben. Dann werde er vier Monate Ruhe vor dem Wolf haben. In dieser Zeit werde sich auch erst herausstellen, ob der jüngste Übergriff für weitere Verluste gesorgt habe. Die meisten seiner Schafe sind hoch tragend. Der Schäfer befürchtet überdurchschnittlich viele Totgeburten.

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