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Weihnachtsbaum
Frauen suchen aus, Männer sägen

Cornelia Link-Adam / 16.12.2018, 20:27 Uhr
Tempelberg (MOZ) Die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum hat am Sonnabend wieder Hunderte Menschen auf die Plantage der Forstbaumschule Lürssen nach Tempelberg gelockt. Dazu sorgten der Weihnachtsmarkt und einsetzender Schneefall für besondere Stimmung.

Dreimal im Jahr wird Tempelberg zugeparkt: Beim Kartoffelfest im September und an zwei Adventswochenenden, wenn die Forstbaumschule Lürssen ihr Weihnachtsbaum-Schlagen mit einem Weihnachtsmarkt kombiniert. So geschehen auch am Sonnabend. Auf der Suche nach dem perfekten Baum waren an diesem Tag Hunderte – sogar aus Potsdam, Berlin und Frankfurt. Wählen konnten sie dabei zwischen serbischer Fichte, Nordmanntanne und Blaufichte, die es von 15 bis 40 Euro je nach Größe und Sorte gab.

Auf der Plantage hörte man oft: „Der wäre doch schön.“ Oder: „Nee, der viel zu groß.“ Oder: „Ich will den hier.“ Und oft: „Lass uns noch weiter gucken.“ Meist wählte die Frau die Wunsch-Tanne aus, der Mann sägte sie ab. So hielt auch Katrin Winter die Tanne fest, während ihr Peter Wille auf Knien arbeitete. „Wir nehmen einen für die Mutti mit und einen für unser Wohnzimmer“, erzählten die Rauener. Geschmückt werde er erst kurz vor dem Fest in Rot und Gold und mit schwerem Lametta. Ähnlich äußerten sich die Familien Krüger (Junior und Senior) aus Seelow, die tapfer ihre Tannen aus der Plantage schleppten. Jedes Jahr kommen sie dafür nach Tempelberg. „Das Selber-Schlagen gehört dazu.“

Für eine große Nordmanntanne entschieden sich Corinna und Torsten Jonach. „Wir haben ja auch ein großes Wohnzimmer und feiern mit der Oma und den Kindern sogar mit drei Generationen“, erzählten die Molkenberger. Früher war man immer in Alt Madlitz, seit es dort kein Baumschlagen mehr gebe, fahre man seit Jahren gerne nach Tempelberg. Die Molkenberger zeigten sich am Sonnabend über die noch große Auswahl an Bäumen erstaunt. Gefunden hatten sie ihren schnell – und schmücken werden ihn die Kinder mit geerbten, bunten Kugeln aus den 1930er Jahren am Vormittag des 24. Dezembers. „Und wehe die Katzen springen jemals in den Baum, dann gibt’s falschen Hasen“, fügte die Chefin des Molkenerger Fördervereins lachend an.

Statt mit Fuchsschwanz oder Axt griff Hannes Paasch lieber zur  elektrischen Säge. „Damit geht das schnell und wir brauchen ja auch ein paar Bäume mehr“, erzählte  der Zerbster (Sachsen-Anhalt). Da sein Bruder Förster bei Beeskow war, mache man hier seit Jahren das Baumschlagen gleich zum Familientreffen. So fanden sich neben den Sachsen-Anhaltinern auch Verwandte aus Beeskow, Bestensee und sogar Schwerin ein. „Weihnachten macht ja jeder selbst in Familie, daher nutzen wir die Aktion hier, um uns alle wiederzusehen.“ Waren es im Vorjahr 15 Bäume, hatten sie dieses Mal binnen 20 Minuten fünf Wunschbäume abgesägt.

Wenig später war alles angespitzt und reisefertig in Netze verpackt. „Ach wie schön“, fanden etliche Besucher auch den ersten Schneefall des Winters. Gut angenommen wurde der Weihnachtsmarkt in der Halle, wo Norbert Franz (Hoftöpferei Rauen) schon das 15. Mal seine Keramik verkaufte. Margrit Pöge, die Chefin der Forstbaumschule, zog ebenfalls eine positive Bilanz. 2000 bis 2500 Bäume werde man diese Saison verkaufen, ähnlich viele wie in den Vorjahren. Wer noch einen Baum schlagen will – die Plantage ist bis 23. Dezember täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Werkzeug ist mitzubringen, Versorgung ist vorhanden.

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