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Wölfin Bella im Naturparkzentrum zu sehen

Jens Gerlach und Alexander Klaus befördern Bella ins Naturparkzentrum.
Jens Gerlach und Alexander Klaus befördern Bella ins Naturparkzentrum. © Foto: Naturparkzentrum
MOZ / 18.12.2018, 08:09 Uhr - Aktualisiert 22.12.2018, 11:51
Raben (MOZ) Das Naturkundemuseum Potsdam bereichert die Ausstellung des Naturparkzentrum Hoher Fläming mit einer sehr begehrten Leihgabe: Die von weltmeisterlicher Hand präparierte Wölfin „Bella“ ist ab sofort in Raben zu sehen. In lebensechter Pose festgehalten, ergänzt sie das Informationsangebot des Naturparks zum Wolf im kommenden Jahr.

Der Naturpark Hoher Fläming bietet mit seinem Wildreichtum einen idealen Lebensraum für Wölfe. Mehrere Rudel haben sich seit 2009 hier inmitten einer reichen Kulturlandschaft angesiedelt. Doch nur wenigen Einwohnern und Gästen ist es bisher gelungen, die scheuen Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.

Das Naturkundemuseum Potsdam, in dem alle im Land Brandenburg tot aufgefundenen Wölfe magaziniert werden, übergibt am Freitag leihweise ein von Präparations-Welt- und Europameister Christian Blumenstein äußerst lebensecht gestaltetes Präparat der Wölfin „Bella“. Das Präparat der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Wölfin ermöglicht es, den Wolf aus der Nähe kennenzulernen.

Das vielseitig gestaltete Informationsmodul zum „Wolf im Hohen Fläming“ bietet in der Naturparkausstellung am Fuß der Burg Rabenstein die Möglichkeit, sich ebenso über den „Mythos Wolf“ wie über dessen Biologie, sein Wanderungsverhalten und zum aktuellen Wolfsvorkommen innerhalb des Naturparks zu informieren. Einwohner und Gäste erhalten Tipps für das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Wölfen, Tierhalter können sich zur wolfsicheren Weidehaltung informieren. Junge Gäste können an einer Wolfsrallye teilnehmen.

Ab sofort sind alle Gäste der Naturparkausstellung eingeladen, sich mithilfe des umfassenden Informationsangebots ein persönliches Bild von den hier lebenden Grauwölfen zu machen. Das Naturparkzentrum Hoher Fläming ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, über den Jahreswechsel vom 27. Dezember bis Neujahr von 11.00 bis 16.00 Uhr, geöffnet.

Hintergrund: Die im Land Brandenburg tot aufgefundenen Wölfe werden im Auftrag des Landesamtes für Umwelt vom Institut für Wildtierforschung in Berlin eingehend untersucht und im Anschluss dem Naturkundemuseum Potsdam zur dauerhaften Magazinierung übergeben. Von den bisher etwa hundert Totfunden werden das Skelett und – sofern möglich – auch das Fell präpariert. Zusätzlich werden Gewebeproben eingefroren. Damit gehört diese Sammlung zu den größten in Deutschland.

Aufgrund des oftmals schlechten Zustands der Tierkadaver gibt es von den Brandenburgischen Wölfen bisher nur zwei vollständige Tierpräparate. Eines steht in der Dauerausstellung im Naturkundemuseum Potsdam, das Zweite wird ausschließlich zum Zwecke der Umweltbildung im Land Brandenburg verliehen und ist nun für ein Jahr im Naturparkzentrum zu sehen.

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Piefke Saga 23.12.2018 - 13:33:32

Paradox ist, wenn man Hunden einen Maulkorb anlegen soll, ein Wolf aber ohne ihn herumlaufen darf.

... und nicht mal 'nen Leinenzwang gibt es für sie, Kackbeutel auch nicht. Ts ts ts ... Gibt es eigentlich Maulkörbe für Wolfs-Euphoriker?

Piefke Saga 23.12.2018 - 13:27:35

Was sagen eigentlich die Betreiber von Campingplätzen in ...

MV und die der Grenze lang in BRB und in Richtung Lausitz? Haben sie ihre Anlagen schon wolfsicher gemacht? Wohl auf eigene Kosten, schließlich zählt der Mensch ja wohl nicht zu den Weidetieren? ... oder doch? Campieren außerhalb dieser Anlagen gibts ja wohl auch kaum mehr? Oder?

Kurt Cr. 23.12.2018 - 13:04:22

@Paul Müller

Zitat: ... manche müssen die Erfahrung eben erst selbst machen ! Nur wird es dann wieder mal die Falschen treffen, leider ... ... das trifft nicht nur auf Wölfe sondern auch auf andere Neu- bzw. Umsiedlungen der letzten Jahre zu.

Ralf H. Janetschek 23.12.2018 - 08:58:09

Wolfsplage

Über die Wolfseuphorie unserer Tage wird leicht übersehen, dass die Wölfe bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Europa eine gefährliche Landplage waren. Regelmäßig kam es zu tödlichen Angriffen auf Menschen. Nur Verrückte können auf die Idee kommen ein in Rudeln jagendes Raubtier unbejagt hier wieder heimisch werden zu lassen. Beim Bär kommt doch auch keiner auf die Idee den wider auszuwildern. Ist doch nur eine frage der Zeit bis der erste Mensch von einem Wolf getötet wird.

Paul Müller 22.12.2018 - 21:15:45

Tja Piefke ...

... manche müssen die Erfahrung eben erst selbst machen ! Nur wird es dann wieder mal die Falschen treffen, leider ...

Piefke Saga 22.12.2018 - 20:37:29

"die Wolfs-Euphorie unserer Tage" vs „Man findet von den Unglücklichen nur noch die Stiefel“

- Lesestoff - Link: https://www.welt.de/geschichte/article185448144/Wolfs-Angriffe-Als-Woelfe-sich-selbst-in-Staedten-ihre-Opfer-holten.html

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