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Regio Nord
Gelebte Kooperation gefeiert

Damit das zarte Pflänzchen gedeihen möge: Zehdenicks amtierender Bürgermeister Dirk Wendland überreichte dem Regio-Nord-Chef Olaf Bechert (rechts) gleich mehrere Pflanzen zum zehnjährigen Bestehen der Mittelzentrums-Gesellschaft.
Damit das zarte Pflänzchen gedeihen möge: Zehdenicks amtierender Bürgermeister Dirk Wendland überreichte dem Regio-Nord-Chef Olaf Bechert (rechts) gleich mehrere Pflanzen zum zehnjährigen Bestehen der Mittelzentrums-Gesellschaft. © Foto: MOZ/Martin Risken
Martin Risken / 18.12.2018, 18:17 Uhr
Zehdenick (MOZ) Vor zehn Jahren hatte Olaf Bechert seinen ersten Arbeitstag als frisch berufener Geschäftsführer der Regionalen Entwicklungsgesellschaft Oberhavel-Nord. Ihm wurde vom Kooperativen Mittelzentrum die schwierige Aufgabe übertragen, eine kommunale Servicegesellschaft zu gründen, für die es kein Vorbild gab.

Pioniergeist war also gefragt, um aus dem Nichts etwas aufzubauen. An den Start der Regio Nord vor zehn Jahre ist am Dienstagnachmittag im Ziegeleipark Mildenberg – dem Geburtsort des Kooperativen Mittelzentrums – mit einer kleinen Festveranstaltung gedacht worden. Dass es die Regio Nord überhaupt gibt, ist der Hartnäckigkeit einiger Frauen und Männer zu verdanken, allen voran Gransees Amtsdirektor Frank Stege. Dieser hatte ein paar Jahre zuvor den Anruf eines Staatssekretärs aus Potsdam entgegengenommen, der ihm mitgeteilt habe, dass Gransee allein Nahbereichszentrum werden sollte. Doch damit wollte sich Stege nicht abfinden. Eine regionale Entwicklung ohne Zehdenick und Fürstenberg? Für Stege undenkbar. Insbesondere sein damaliger Stellvertreter, Manfred Richter, setzte alles daran, die Landesregierung umzustimmen. Große Unterstützung gab es bei der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg, die sich zum Fürsprecher für ein Kooperatives Mittelzentrum Gransee-Zehdenick machte, erinnerte Stege am Dienstag in seiner Festrede an die Anfänge.

Immerhin 800 000 Euro gibt es heute pro Jahr für die beiden Kommunen, die die Stadt Fürstenberg als Partner mit ins Boot holten. Das Geld für vernünftige Vorhaben einzusetzen, war mit einem hohen Aufwand verbunden, der ehrenamtlich nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre. Also entstand die Idee einer Gesellschaft.

Am 3. Mai 2007 wurde der Kooperationsvertrag geschlossen, am 17. Dezember 2008 bestellte der Aufsichtsrat Olaf Bechert zum Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Die aber offiziell erst 2009 ihre Arbeit aufnahm. Der Start sei aber alles andere als einfach gewesen: „Im Land wurden wir teils argwöhnisch beäugt. Bald jedoch beachtet. Und schnell als organisatorisches Beispiel für gelebte Kooperation angepriesen. Bis heute!“, stellte Bechert in seiner Festrede fest. Bechert unterließ es zwar, alle Einzelprojekte aufzuführen, die in den vergangenen zehn Jahren von der Gesellschaft auf den Weg gebracht wurden. Nur so viel: 5,3 Millionen Euro aus dem Kooperationsfonds für regionale Aktivitäten kamen zu gleichen Teilen Gransee, Fürstenberg und Zehdenick zugute. Zusätzliche Millionen erhielt das Mittelzentrum als eines der ersten im Land Brandenburg aus dem Förderprogramm Kleine Städte, wodurch die Verkehrsanbindung der drei Kommunen verbessert werden konnte. Auch der Gewinn des Stadt-Umland-Wettbewerbes habe der Region zusätzliche Gelder in Millionenhöhe eingebracht.

Als der Geldstrom aus Potsdam zu versiegen drohte, musste die Regio Nord mit den Kommunen viel Überzeugungsarbeit in Potsdam leisten, um weiterhin jährlich 800 000 Euro zu erhalten. „Keiner wusste, wo die Reise hingeht“, so Bechert. „Aber wir konnten liefern und überzeugen.“ Erst als im Sommer die Enquete-Kommission des Landes die Gemeinde Stechlin besuchte, sei klar signalisiert worden, dass die Zuweisungen aus Potsdam weiterhin in gleicher Höhe gezahlt werden. „Unsere Grundlage für künftiges Handeln“, so Bechert. Der versäumte es nicht, seinem Team zu danken: Andrea Gröschl, Irina Schulz, Kerstin Tammer, Sabrina Kientopf, Susen Liedner, Wolfgang Korte, Martina Teichmann, Sabrina Kamenz, Renate Fechner, Kathrin Findeisen und Ulrike Kirsten.

Impulsgeber und Initiator

■ Die Regio Nord wurde 2008 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung ins Leben gerufen. Gründerväter waren die Mitglieder des Kooperationsrates, der aus Vertretern der an der Regio-Nord beteiligten Kommunen Gransee und Zehdenick besteht.

■ Die Regio-Nord nahm Anfang 2009 ihre Arbeit auf. Die Arbeit besteht in der Umsetzung der Beschlüsse des Kooperationsrates und der Begleitung regionaler Projekte. Außerdem ist sie Impulsgeber und Initiator gemeinsamer Initiativen des Mittelzentrums. ⇥(ris)

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