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Gusow-Platkow nimmt alle Beschlüsse zum Thema Verbandsgemeinde mit Seelow zurück

Verbund
Gemeinde sauer aufs Innenministerium

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: pixabay
Doris Steinkraus / 23.12.2018, 07:00 Uhr
Gusow-Platkow (MOZ) Nach Neuhardenberg hat am Donnerstagabend auch Gusow-Platkow die drei Beschlüsse, die im Februar zur Bildung einer Verbandsgemeinde mit Seelow gefasst worden waren, zurückgezogen. Es gab nur eine Gegenstimme. „In diesem Prozess wurde viel Porzellan zerschlagen. Daran hat das Innenminiserum großen Anteil“, bedauerte Bürgermeister Karlheinz Klein. Das Gesetz entziehe der Gemeinde die Eigenständigkeit. In vielen Beratungen sei anderes zugesagt worden. Man fühle sich von Potsdam veräppelt, kritisierte auch Gusows Ortsvorsteher Lutz Werner. Man sollte jedoch weiter mit Seelow verhandeln. Dietmar Müller wollte in der Einwohnerfragestunde wissen, welche Alternativen es gibt. Fachbereichsleiter Thomas Manig verwies darauf, dass ein wichtiger Punkt der einstigen Beschlüsse nicht mehr gegeben ist – die selbstständige Gemeinde. Auch bei einer Mitverwaltung durch Seelow würde alles Personal in Hoheit der mitverwaltenden Gemeinde gehen. Optionen gebe es mehrere.

Eine wäre eine Fusion mit dem Amt Seelow-Land, eine weitere die mit der Gemeinde Letschin. Was allerdings letztlich eine Einheitsgemeinde bedeuten würde, die bisher von allen abgelehnt wird. Eine dritte Option wäre ein Zusammengehen mit dem Amt Golzow. Dafür müsste allerdings eine Hürde genommen werden. Ämterzusammenlegungen dürfen nur erfolgen, wenn es eine gemeinsame Grenze gibt. Dies wäre bei Golzow nicht der Fall, könnte aber herbeigeführt werden, wenn die Gemeinde Gusow-Platkow mit Letschin einen Flächentausch vornimmt. Dann würde eine neue Landbrücke und damit eine gemeinsame Grenze geschaffen.

Aus der Bürgerschaft kam die Forderung, im Falle neuer Verhandlungen die Einwohner mitzunehmen und deren Meinung zu erfragen. Bis zu den Kommunalwahlen im Mai 2019 wird sich voraussichtlich kaum noch etwas tun. „Obwohl wir alle wissen, dass Änderungen unausweichlich sind“, betonte Lutz Werner. Manig hatte letztlich bestätigt, dass die Verwaltung personell am Limit ist. Man sei sehr wohl weiter an veränderte Strukturen interessiert. „Unser Ziel war und ist es, eine gemeinsame Verwaltung zu schaffen und sie effektiv zu gestalten“, sagte Manig. Man habe mit der Übertragung der Kita Reichenberg an die Gemeinde Märkische-Höhe zum 1. Januar sowie dem jetzt fast fertigen Vertrag zur Eingliederung der Gemeinde ins Amt Märkische Schweiz Buckow bereits intensive Vorarbeit geleistet.

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