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Oderbruch-Museum Altranft arbeitet am neuen Jahresthema / Diskussionen zur Landwirtschaft gehen weiter

Ausstellung
Nur die Lust am Bauen zählt

Anschauungsobjekt: Die Sanierung der Bausubstanz des Mittelflurhauses Altranft zeigt praktische Baukultur.
Anschauungsobjekt: Die Sanierung der Bausubstanz des Mittelflurhauses Altranft zeigt praktische Baukultur. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 26.12.2018, 21:08 Uhr
Altranft (MOZ) Hinter den Kulissen des „Oderbruch-Museum Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur“ wird fleißig gewerkelt. Die Mit­arbeiter sitzen bereits am neuen Jahresthema „Baukultur“. Die „Landwirtschaft“, die das zu Ende gehende Jahr im Museum prägte, wirkt jedoch noch nach.

„Wir haben stark das Gefühl, dass das Thema nicht abgeschlossen ist, weshalb wir die Gespräche weiterführen und die Ausstellung ergänzen“, kündigt Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros des Museums an. Die Kulturstätte habe eine politische Diskussion angeregt, die nicht einfach mit dem 31. Dezember beendet werden könne. „Wir wussten von Anfang an, was wir wollten, die Landwirte haben den Ball aufgenommen, den wir geworfen haben“, sagt Anders. Das Museum habe sich nicht auf eine Seite geschlagen. Einbezogen wurden konventionelle, ökologische Betriebe, Einzelbauern und größere Einheiten, Direktvermarkter sowie solidarische Landwirtschaft. Ziel sei es gewesen, die Vielfalt der Betriebe im Oderbruch zu zeigen. „Wir haben versucht, konventionelle Betriebe aus der Ecke zu holen“, so Kenneth Anders. Diese glauben immer, sich verteidigen zu müssen, warum sie arbeiten, wie sie arbeiten.

„Es gibt nicht nur Gut und Böse, dazwischen muss Platz bleiben für die Feinheiten“, zitiert Kenneth Anders Tommy Bogdain, Geschäftsführer des Lohnunternehmens Daue und Partner aus Neulewin. „Uns ist es gelungen, für Feinheiten Platz zu schaffen“, so der Leiter des Museumsbetriebs und ergänzt. „Es hat mich sehr gefreut, dass die Bauern mitgespielt haben.“ Diese Vielfalt spiegelt das Landwirtschafts-Buch wider, das im Januar erscheint.

Die Baukultur umfasst zwei zentrale Schwerpunkte. Zum einen, die Besonderheit des Bauens im Oderbruch wie die Loosegehöfte, Fischerdörfer, Kolonistendörfer und DDR-Ausbauten. Davon wird die Ausstellung im Schloss erzählen. Zweiter Schwerpunkt wird die gelebte Baukultur sein. Dies betrifft nicht nur die Sanierung historischer Bausubstanz, sondern der persönliche Charakter, gleich ob von Bauhandwerkern ausgeführt oder Marke Eigenbau. Es zählt die Lust am Bauen. „Wir wollen nicht bewerten, was schön ist und was nicht“, betont Anders. Eine wichtige Rolle bei der Sanierung alter Bausubstanz spielen gar die Fördervereine, in denen sich Christen und Nichtchristen in den Dörfern um Sanierung und Wiederaufbau von Kirchen als identitätsstiftendes Element widmen.

Im Gewölbekeller des Schlosses soll eine Ausstellung die Siedlungsformen im Oderbruch beleuchten wie Guthäuser, Rundlinge, Loosegehöfte und die DDR-Zeit, die ebenfalls Spuren der Besiedelung hinterlassen hat. Den verschiedenen Aspekte des Themas nähert sich das Museum mit unterschiedlichen Genres. So sei diesmal eine szenische Lesung angedacht, so Kenneth Anders. Geplant sei eine Führung zur Baukultur in Altranft, die Schloss, Fischerhaus, Berg-Schmidt-Hof und Mittelflurhaus verbindet. „Altranft ist für Besucher nur schwer zu erschließen, die Lage der einzelnen Standorte zu verstreut“, sagt Kenneth Anders.  Deshalb arbeitet das Museum an einem  Orientierungssystem

Praktisches Beispiel für Baukultur bildet das Mittelflurhaus, das die selbst ernannten „Häuserretter“ aus der Uckermark gekauft haben und die Hülle so restaurieren wollen, wie sie war. „Es soll in seiner Substanz wieder hergestellt werden, aber nicht als Privathaus genutzt werden“, so Anders.

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