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Johanna Meier und Herbert Ebel lernten sich in Grüntal beim Tanz kennen und gaben sich vor 65 Jahren das Ja-Wort

Familienfest
Eiserne Weihnachtshochzeit im Haus Ebel

Im Kreis der großen Familie: Johanna und Herbert Ebel erhalten von Pfarrer Christoph Strauß den Segen, der ihnen auch bei ihrer kirchlichen Heirat vor 65 Jahren gespendet wurde.
Im Kreis der großen Familie: Johanna und Herbert Ebel erhalten von Pfarrer Christoph Strauß den Segen, der ihnen auch bei ihrer kirchlichen Heirat vor 65 Jahren gespendet wurde. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 27.12.2018, 06:00 Uhr
Grüntal (MOZ) Beim Tanz in Grüntal haben sich Johanna und Herbert Ebel vor vielen Jahren kennengelernt. Jetzt, am ersten Weihnachtstag, feierten sie im Kreis ihrer großen Familie in der Dorfkirche ihre Eiserne Hochzeit.

Mit ihrer Hochzeit zu Weihnachten „haben sie das doppelte Geschenk des Glaubens und ihrer Ehe stets zu schätzen gewusst, einander geholfen und Großes geleistet“, sagte Pfarrer Christoph Strauß, der das Paar wie vor 65 Jahren bei ihrem Eheversprechen noch einmal segnete.

Rund 70 Gäste waren in die Grüntaler Dorfkirche gekommen. „Alles Familie“, wie ein Gast sagte. Herbert Ebel stammt aus Grüntal. Dass er eine Vorliebe für besondere Tage hat, bewies er schon mit seiner Geburt. Er kam am 1. Januar 1930 auf die Welt. Johanna Meier wurde am 2. April 1933 in Schlesien geboren, kam durch die Flucht schließlich nach Grüntal, ein Glücksfall, denn hier fand sie nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch ihren Mann.

Sieben Kinder wurden geboren, Rosemarie, Uli, Joachim, Dieter, Ingelore, Petra und Bodo. Die Sie waren den Eltern immer wichtig. Johanna Ebel nahm sich viel Zeit für sie, auch wenn sie daneben noch arbeitete. So war sie in der örtlichen Post tätig sowie mit der Reinigung des Landambulatoriums und der örtlichen Sparkasse beschäftigt. Als wenn dies noch nicht reichen würde, übernahm sie auch die Kinderbetreuung von Bekannten aus dem Dorf und betrieb schließlich eine Ankaufstelle für Gänse, Enten, Kaninchen und Eier. „Eier-Ebel“ ist bis heute ein Begriff im Ort. Der große Garten an ihrem Haus in Grüntal ist jetzt etwas kleiner geworden. Aber immer noch werden einige Hühner gehalten.

Herbert Ebel, der bei der Reichsbahn als Gleiswärter beschäftigt war, ist noch aus einem anderen Grund im Ort bekannt: Er begeistert sich für alles, was sich um Fußball dreht. Und natürlich lief er auch für den örtlichen Fußballverein auf und sorgte für Punkte. Heute verfolgt er im Fernsehen Fußballspiele mit „Leib und Seele“ , wie seine Angehörigen sagen.

Mit den Jahren wuchs die Familie noch weiter an. Sechs Enkelkinder kamen in der Zeit von 1975 bis 1991 hinzu und acht Urenkel sind bis heute geboren worden. Das Jüngste kam erst 2015 zur Welt.

Auch wenn die Familie sehr groß ist, der Kontakt untereinander besteht weiterhin. Einige Angehörige wohnen direkt in Grüntal, andere in umliegenden Orten wie Biesenthal, Tempelfelde oder Eberswalde. Für alle aber stellt das Haus der Großeltern in Grüntal nach wie vor einen zentralen Treffpunkt dar. Familientreffen, Feiern und Besuche sind Johanna und Herbert Ebel immer wichtig, von Groß bis Klein sind alle immer herzlich willkommen. „Und die Kleinsten immer ganz besonders“, wie Enkel Florian Müller weiß.

Johanna und Herbert Ebel, unterstreicht Pfarrer Christoph Strauß, seien „ein Vorbild für uns im Einsatz füreinander, für andere Menschen und die Dorfgemeinschaft“. Und er fügt hinzu: „Vielleicht liegt es daran, dass sie es einfach gemacht haben.“

Im Alltag unterstützt sie die Familie, so dass sie beide selbstständig ihren Mann und ihre Frau in ihrer gewohnten Umgebung stehen. Besonders rührig steht ihnen ihre älteste Tochter Rosemarie Ebel zur Seite. Sie ist selbst schon Rentnerin, aber nicht weniger bekannt als ihre Eltern. So mancher kennt sie vom früheren Grüntaler Konsum beziehungsweise von der „Einkaufsquelle R. Ebel“. Sie ist fast immer vor Ort und hilft, wo sie kann, ob bei Einkäufen, Arztfahrten oder im Haushalt, wie die Familienangehörigen anerkennend sagen.

Auch die Goldene und die Diamantene Hochzeit waren unvergessene Erlebnisse. Das wird auch für die Eiserne Hochzeit gelten. Nach dem Gottesdienst in der Grüntaler Kirche stand für die gesamte Familie ein gecharterter Bus der Barnimer Busgesellschaft für die gemeinsame Sonderfahrt zum „Waldhof Spechthausen“ bereit.

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