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Seit Oktober haben sich die Sänger der Lietzener Kirchenchores darauf vorbereitet

Brauchtumspflege
Volle Kirche zum Weihnachtskonzert

Traditionelles Weihnachtskonzert:  Der Kirchenchor Lietzen unter Leitung von Barbara Krüger (77) hatte am Sonnabend mit befreundeten Instrumentalisten wieder einen ganz besonderen Ohrenschmaus zubereitet.
Traditionelles Weihnachtskonzert:  Der Kirchenchor Lietzen unter Leitung von Barbara Krüger (77) hatte am Sonnabend mit befreundeten Instrumentalisten wieder einen ganz besonderen Ohrenschmaus zubereitet. © Foto: Heike Mildner
Heike Mildner / 30.12.2018, 20:29 Uhr
Lietzen Wenn in einer Dorfkirche die Kirchenbänke bis auf den letzten Platz gefüllt sind und noch zusätzlich Stühle herangeholt werden müssen, ist das eigentlich schon etwas besonderes. Zumal es nicht grad Heilig Abend ist. Wenn allerdings der Kirchenchor Lietzen zum traditionellen Weihnachtskonzert lädt, ist es fast schon üblich. So auch am Sonnabend.

Tradition heißt in Lietzen, dass Jungs, die vor 30 Jahren als Kinder im Chor mitsangen, heute als gestandene Tenöre dabei sind, dass Mädchen, die damals bei Kantorin Barbara Krüger Blockflöte lernten, heute mit ihren Töchtern gemeinsam spielen und dass sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mitwirkenden im Anschluss zum Familienabendessen im Hause Krüger einfindet.

Das Miteinander der Generationen, das Zusammenspiel verschiedenster Instrumente, der Anspruch, jedes Jahr etwas Neues zu Gehör zu bringen und das Beharren auf deutschsprachigem Kirchenliedgut machen die Lietzener Weihnachtskonzerte so besonders.  In diesem Jahr hatte Barbara Krüger (77) mithilfe töchterlicher Internet-Recherche den Anfangs- und Schlusschor der Kantate „Licht der Weihnacht, Licht des Friedens“ des zeitgenössischen Komponisten und organisten Gerhard Rabe für ihren Chor ausgewählt. Rabe hat einen eigenen Musikverlag.

Der Chor sang sich tapfer durch die vielstimmig sich steigernde, harmonisch eingängige Freudenbotschaft, unterstützt von Geigen (Carolin Hanke und Marie von Campenhausen) und Cello (Sabine Grauel). Seit Oktober widmete der Chor seine freitägliche Probe diesem Konzert, studierte neben dem Rabe weitere neue Chorsätze ein und polierte alte auf. „Tochter Zion, freue dich“ ist ebenso dabei wie „Fröhlich soll mein Herze springen“, das schwedische „Weihnacht, strahlendes Fest“ oder das 200 Jahre alte „Stille Nacht“ mit einem Chorsatz aus der Feder von Barbara Krüger. Außerdem gibt es Instrumentalmusik vom Blockflötenquartett (Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte), zu dem sich die Pastoren Rahel Charlotte Mielke und Jörg-Rainer Matthias mit Kirstin von Campenhausen, Jana Oswald, Susann Puschmann, Aaron Matthias und Barbara Krüger recht spontan, wie von der Kantorin zu erfahren ist, formiert haben.

Schön, wenn Hausmusik auf diese Weise nicht in den eigenen vier Wänden bleibt. Das gilt auch für das Trio, in dem Marie und Helene von Campenhause (Geige und Cello) mit der zwölfjährigen Oboistin Mathilde Major gemeinsame Sache machen und das Flötensolo von Elaine Streiter zur Orgel.

Am Ende findet Pastorin Rahel Mielke die richtigen Worte für Mitwirkende und Publikum: Sie segnet Augen, Ohren, Mund und Hände damit sie dem christlichen Miteinander dienen mögen. Und sie bedankt sich im Namen des Chores bei der Kantorin: „Jeder braucht einen Anstoß für sein Tun, und unser Anstoß hat einen Namen: Barbara Krüger.“

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