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Ausstellung
Fotomotive zwischen Himmel und Erde

Zu Gast in der Kunstkate Kraatz: Der Dagower Fotograf Jürgen Graetz zeigt Bilder vom Stechlinsee. Die Laudatio auf hin und seine Arbeiten hielt Manuela Röhken (von links).
Zu Gast in der Kunstkate Kraatz: Der Dagower Fotograf Jürgen Graetz zeigt Bilder vom Stechlinsee. Die Laudatio auf hin und seine Arbeiten hielt Manuela Röhken (von links). © Foto: Wolfgang Gumprich
Wolfgang Gumprich / 31.12.2018, 09:01 Uhr
Kraatz Der Franzose, so sagt ein Klischee, gerate beim Anblick eines Weizenfeldes ins Schwärmen, denke ans Essen, der Deutsche, so geht es weiter, stehe beim Anblick des Waldes stumm und starr vor Bewunderung. Und was macht Theodor Fontane, der deutsche Dichter mit den französischen Wurzeln? Sein Roman „Der Stechlin“ beginnt mit einer intensiven Beschreibung der Natur zwischen Gransee und Rheinsberg, schildert die Buchen, „deren Zweige, von ihrer eigenen Schwere nach unten gezogen, den See mit ihrer Spitze berühren“. Und in seinen „Wanderungen“ beschreibt er die Wälder als „Eichen, Birken, Kienen in buntem Gemisch“.

Exakt an Fontanes 199. Geburtstag am vergangenen Sonntag eröffnete die Kulturmanagerin Manuela Röhken in der Kunstkate Kraatz ihr persönliches Fontane-Jahr mit Fotos des Neuglobsower Fotografen Jürgen Graetz. Er streifte, so berichtet es Manuela Röhken in ihrer Laudatio, in rund drei Jahrzehnten immer wieder durch die Wälder rund um den See namens Stechlin. Dabei fand sein Blick stets neue, überraschende Motive, ein umgekippter Baum, von der Sonne ganz gebleicht, der fast wie ein Skelett aussieht, oder ebenfalls schneeweiße Äste, die eher an einen Küchenquirl erinnern. Und immer wieder der See, die Spiegelungen im Wasser, Wellen.

Am liebsten, so verrät die Laudatorin, fotografiere Graetz im Herbst und Winter, denn dann habe er „den besten Durchblick auf seine Motive zwischen Himmel und Wasser, im Nebel oder der diffusen Wintersonne“.

Jürgen Graetz, Jahrgang 1943, ist Anhänger der Schwarz-Weiß-Fotografie. Seit seiner Rückkehr aus Berlin nach Dagow im Jahr 2006 habe er sich in seinem Haus ein Labor eingerichtet, in dem er seine Filme entwickelt und die Bilder abzieht. 1958 absolvierte er eine dreijährige Lehre als Gebrauchswerber in Gransee, war danach technischer Assistent und Fotograf am Museum für Ur- und Frühgeschichte in Babelsberg, bevor er sich 1976 als freiberuflicher Fotograf und Bildjournalist in Berlin niederließ. Die Liste seiner Ausstellungen füllt eine DIN-A4-Seite.

Zur Eröffnung in der Kunstkate waren rund 50 Besucher gekommen, die von der Harfenistin Steffi Moser unterhalten wurden. Die Bilder-Ausstellung ist noch bis zum 21. April 2019 in der Lindenstraße 28 in Kraatz für die Besucher geöffnet.

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