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Vortrag
Reise zwischen den Extremen

Manuela Bohm / 09.01.2019, 14:59 Uhr
Friesack (MOZ) Auf eine etwas verrückte, aber sehr weite Reise lädt die Kirchengemeinde in Friesack am kommenden Samstag, 12. Januar, ein. Ab 16.00 Uhr wird der Gemeindesaal in der Charlottenstraße zeitgleich zum wohl kältesten Punkt der Welt und zum wohl heißesten Ort Australiens, wenn Ronald Pokrein von seinen Abenteuern zwischen Sibirien und dem fünften Kontinent in Wort und Bild berichtet.

Nach Weltumradlung, Kajaktour auf der Lena, Europalauf und anderen spektakulären Reisen unternahm Prokein, ein Russlandexperte, seine siebente Tour. Diesmal begleiteten ihn wieder  Partner Andy Winter und Schäferhund Arthus. Mit einem Lada Niva ging es nach Osten. Von Rostock fuhren sie über Russland in die Mongolei, weiter mit unterschiedlichen Gefährten nach China, Vietnam, Laos, Thailand und gelangten über Malaysia und Singapur bis nach Australien.

Dabei galt es eine Hauptmission zu absolvieren. Erstmals sollten zwei Wetterstationen in Jutschugei (Nordostsibirien) aufgebaut werden. Die meteorologischen Stationen sollten beweisen, dass die Region noch kälter ist als der offiziell kälteste bewohnte Ort der Welt: Oimjakon (-71,2 Grad Celsius - Guinness Buch Rekord). Enger Kooperationspartner des Projekts ist der Meteorologe und ehemalige Talkmaster Jörg Kachelmann. Er stellte die wissenschaftlichen Messinstrumente zur Verfügung.

Bei der Ankunft in Jutschugei trafen Winter und Prokein einen alten Bekannten. Ihm mussten einen Monat zuvor seine erfrorenen Hände amputiert werden. Mit einem Motorschlitten war der kleine Jakute namens Polikari bei -50 Grad Celsius im Eis eingebrochen und musste nun über zwanzig Kilometer in der Nacht nach Hause laufen. In einer großen Hilfsaktion spendeten Menschen in ganz Mecklenburg-Vorpommern Geld für Polikari, um ihm von dem Erlös Prothesen zu finanzieren.

In der Taiga verunfallte das Auto der Mecklenburger mehrfach und vereiste. Ein betrunkener Ewene (Ureinwohner Sibiriens) hielt die beiden Abenteurer mit einem Beil in Schach. In der Mongolei mussten sie, aufgrund bürokratischer Hürden, den Lada und ihren Schäferhund Arthus zurücklassen. Winter und Prokein sprachen mit einem ehemaligen Vietnam-Kämpfer und begaben sich an alte Kriegsschauplätze. In Laos begegneten sie den freundlichsten Menschen der Reise, und in Thailand wurde Winter in einem  Bus vom Busfahrer bestohlen.

Die zwei Rostocker trennten sich für einige Tage in Singapur. Prokein war in der Zeit fast mittellos, ein Kind der Straße. Mit einem gekauften Toyota setzten sie die Tour in Australien gemeinsam fort. Bei 43 Grad Celsius im Schatten lief Prokein die letzten 100 Kilometer durch menschenleere Prärie, bis Marble Bar, dem heißesten Ort Australiens. Der größte Respekt galt den Schlangen. Auf der Rückfahrt rammte ihr Auto eine Kuh. Nachdem die Rostocker ein zweites Mal nach Sibirien gereist sind, bekamen sie durch Jörg Kachelmann die sensationelle Nachricht, dass in Jutschugeij noch tiefere Temperaturwerte gemessen wurden als in Oimjakon. Ein neuer Kältepol der Erde ist also entdeckt!

Mit in Prokein’s Vortragsgepäck hat der Reisende sein neues Buch „Die Entdeckung des Kältepols Jutschjugei“.

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