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Gramzower Eisenbahnsammlung benötigt zusätzliche Vollstelle / Öffnungszeiten sind nur noch mit „großem Willen“ abzusichern

Oldtimerbahn
Museumsbetrieb mit permanenten Personal-Sorgen

Welch ein Aufwand: Der einzige noch existierende Waggon vom Rasenden Robert aus Schwedt, der Arbeiterbahn ins Erdölwerk, wird im Eisenbahnmuseum Gramzow restauriert.
Welch ein Aufwand: Der einzige noch existierende Waggon vom Rasenden Robert aus Schwedt, der Arbeiterbahn ins Erdölwerk, wird im Eisenbahnmuseum Gramzow restauriert. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 10.01.2019, 06:00 Uhr
Gramzow (MOZ) Wenigstens eine zusätzliche Stelle benötigt das Eisenbahnmuseum Gramzow, um ohne Probleme dauerhaft den gesamten Betrieb aufrecht erhalten zu können. Zu dieser Einschätzung kommt Museumsleiter Dieter Engel. Gerade im vergangenen Jahr wieder hat sich die dünne Personaldecke in der beliebten Tourismuseinrichtung gezeigt. Wenn eine Person ausfällt oder Engel gar krank wird, dann können Besucherzeiten, Management, Bahnbetrieb und sonstige Geschäftsbereiche kaum noch ausreichend besetzt werden.

Dieter Engel ist der einzige Mitarbeiter mit voller Stelle. Ihm stehen noch vier geringfügig beschäftigte Leute zur Verfügung sowie viele freiwillige Helfer im Rahmen ehrenamtlicher Vereins-tätigkeit. Allein zur Aufrechterhaltung der Öffnungszeiten in der Sommersaison darf eigentlich niemand ausfallen. 170 Tage im Jahr haben technische Sammlung und Ausstellung geöffnet.

Nach Gründung des Klein- und Privatbahnmuseums auf dem Gramzower Bahnhofsgelände Anfang der 90er-Jahre gab es sogar eine zweite Vollzeitstelle. Doch mit dem späteren Austritt des Landkreises aus dem Zweckverband fehlte dann das Geld. ABM und andere geförderte Jobs schafften Abhilfe. „Es gibt aber Zeiten, wo wir nur mit großem Aufwand und Willen die Saison und alle Höhepunkte schaffen“, sagt Dieter Engel.

Bahnhofsfeste, Halloweenfahrten, Modellbahntage, Ausstellungen und andere Sonderaktionen sollen Publikum bringen, verlangen aber viel Vorbereitung. Hinzu kommt der Aufwand für die Streckeninstandsetzung. Fahrzeuge und Wagen müssen repariert und überholt werden. Nicht alles lässt sich über Spenden oder Sponsoren abdecken.

Um den Betrieb in seinem vollen Umfang zu retten, liegen jetzt die Hoffnungen beim Jobcenter. Eine zweite Stelle, öffentlich gefördert und über einen längeren Zeitraum – das wäre der Wunsch von Dieter Engel und seinen Mitstreitern. Gespräche laufen bereits. Auch das wäre zwar keine endgültige Lösung, wohl aber wieder ein zeitlicher Aufschub.

Die Arbeit wird auch künftig nicht weniger, sondern mehr. „Man darf nicht vergessen, dass wir ein Infrastrukturunternehmen, ein Verkehrsunternehmen und Museum in einem sind“, sagt Dieter Engel.

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