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Musical
Turbulente Inszenierung

Nach Premiere im ausverkauften Schlosstheater: Heute wird das Musical ein letztes Mal gezeigt.
Nach Premiere im ausverkauften Schlosstheater: Heute wird das Musical ein letztes Mal gezeigt. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 13.01.2019, 20:15 Uhr
Rheinsberg Mit einer beeindruckenden Aufführung hat das Musical  „Ada“ am Freitag im ausverkauften Rheinsberger Schlosstheater seine Uraufführung und Premiere erlebt. Rund 100 Kinder und Jugendliche agierten vor und hinter der Bühne und ernteten für ihr bezauberndes Spiel den verdienten Applaus der Besucher.

Das Musical spielt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in London. Das kleine Mädchen Ada, gespielt in Doppelbesetzung von Lea Winkelmann und Nele Weidner, wächst unter der strengen Erziehung ihrer Mutter, Lady Byron (Emilia Herzberg und Rosa Fuhrmann), auf. Aus Angst, dass die Tochter die poetischen Neigungen ihres Vaters geerbt haben könnte, lässt die Mutter Ada täglich mehrere Stunden in Mathematik unterrichten.

Kaum 17 geworden, lässt Ada (Jaimy-Lee Hille), den strengen Regeln der Mutter trotzend, sich vom pulsierenden Leben mitreißen. Da ist der Zeitungsjunge Willy, der für Ada schwärmt. Und Ada lernt Charles Babbage (Edgar Schumacher), den Erfinder einer analytischen Maschine kennen. Dass die Maschine nur auf dem Papier existiert, stört Ada ebenso wenig, wie der launische Charakter des Erfinders.

Sie ist begeistert von der Maschine  und sieht in ihr eine wundervolle Verbindung von Poesie und Mathematik. Aber, als Babbage bei einem Fest am Hof der Königin Victoria von England mit seiner schlechten Laune verhindert, dass sie um die finanzielle Unterstützung  zur Herstellung der Maschine bitten kann, beginnt Ada an dem Erfinder und seinem Projekt zu zweifeln.

Turbulent wurde diese Geschichte auf der Bühne umgesetzt. Dabei sorgten die Songs der Band für echte Ohrwürmer, und mancher der Dialoge regte zum Schmunzeln an. Nicht selten spendete das Publikum nach den Liedern der jungen Darsteller oder des Chors spontanen Applaus. Vereinzelt gab es sogar Bravo-Rufe.

Die Kostüme im Stil des frühen 19. Jahrhunderts sind eine Augenweide. Anna-Lena Franck, Lea-Sophie Böhm, Carlotta Weidauer und Emily Schröder brillierten als  echte englische Ladys. Theo Gast, der in der Premieren-Vorstellung als Willys Freund Tommy agierte, gab den kecken Lausbuben, der keine Antwort schuldig bleibt.

Nach der Pause durften die Besucher gespannt sein, ob es Ada und Babbage gelingt, sich zusammenraufen, um die analytische Maschine fertigzustellen, und ob es der burschikose Willy am Ende schafft, Ada für sich zu erobern. Das weitere Spiel führte die Zuschauer an die Londoner Börse, auf eine Pferderennbahn und in eine Baumwollfabrik. Dort stellten zahlreiche Kinder einen Webstuhl dar ­­– eine geniale Choreographie, die Angelina Fiedler sich ausgedacht hat.

Am Ende gab es nicht enden wollenden Beifall. Euphorisch wurden die Darsteller und das gesamte Team vom Publikum gefeiert. Beeindruckt von der Aufführung war beispielsweise Pascal Schäfer. Der ehemalige Rheinsberger Schüler hatte viele Jahre in früheren Musical-Inszenierungen mitgewirkt. Eine seiner Paraderollen war der Kapitän in „Der blinde Passagier“. „Das Spiel und die Inszenierung waren großartig“, schätzte der gelernte Koch ein.

Es war das 17. Musical der beiden jetzt im Bildungscampus vereinten Rheinsberger Schulen. Zum elften Mal führte Stefan Labenz Regie. Für die Musik zeichnete Micha „Wudi“ Wudick verantwortlich. Sigrid Herfurth fungierte als Leiterin der Kostümwerkstatt. Die  Choreographie studierte in bewährter Weise Angelina Fiedler ein, von der auch das Libretto für das Musical stammte. Anteil am Gelingen der  Aufführung hatten auch einige aktive und ehemalige Pädagogen wie Gudrun Kurzke, Gabriele Pieper, Bärbel Bliese, Julitha Linke und Christine Edler sowie weitere Helfer. Sie waren für die Organisation und den Chor sowie das Bühnenbild zuständig. Andere halfen beim Herstellen der Kostüme und Requisiten oder leiteten, wie Andreas Konopka, die zwölfköpfige Band. (jr)

Wer das Musical „Ada“ erleben möchte, hat dazu am heutigen Montag die letzte Gelegenheit. Für die Vorstellung um 13 Uhr gibt es in der Tourist-Info und vor der  Aufführung noch einige Restkarten.

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